Beim FC Haarbrücken herrscht Euphorie pur. Während die meisten Mitglieder des Traditionsvereins vor den Toren der Kernstadt Neustadt regelrecht begeistert von der Entwicklung ihres "grün-weißen Klubs" sind, erntet der FCH auch extern viel Lob. Der Großteil der mehr als 300 Zuschauer des Kreisklassen-Schlagers zwischen dem gastgebenden Tabellenführer und dem bis dahin schärfsten Verfolger TBVfL Neustadt/Wildenheid waren sich am Sonntagnachmittag jedenfalls einig: "Hier tut sich was!"

Nicht nur weil die Mannschaft von Spielertrainer Philipp Walter nach dem ungefährdeten und souverän herausgespielten 4:1-Prestigesieg gegen den benachbarten Fusionsverein die Liga weiter klar anführt, sondern weil das Engagement und die vorhandene Manpower in Haarbrücken derzeit im Landkreis Coburg seinesgleichen sucht. Obwohl er es selbst nicht gerne hört, aber dieser Aufschwung ist ganz eng mit einem Namen verbunden: Simon Weber.

Jubiläum: 90 Jahre FC Haarbrücken

Der junge Vorsitzende hat es während seiner Amtszeit mit verschiedenen Aktivitäten, Innovationen und Ideen geschafft, den Klub aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. "Wir sind mit dem Verlauf unserer Feierlichkeiten anlässlich "90 Jahre Grün-Weiß" sehr zufrieden. Unser Mut, den Aufwand trotz der aktuell geltenden Vorschriften umzusetzen, hat sich ausgezahlt. Insofern möchte ich mich bei all unseren disziplinierten Gästen bedanken", freut sich Weber, der am Montag stolz auf die zurückliegenden Jubiläumstage zurückblickt.

"Natürlich hätte es vom Fußballgott kaum eine bessere Einteilung geben können", fährt er fort und bezeichnet den Sonntag sogar als einen absoluten Festtag für seine FCH: "Der Wettergott hat mitgespielt und vor einer großen Kulisse hat unsere erste Mannschaften ihren aktuellen Lauf fortgesetzt." Er und seine Mitstreiter sind besonders stolz, dass der Klub weiterhin drei Mannschaften im Spielbetrieb ins Rennen schicken kann. Das sei in der heutigen Zeit doch "sehr außergewöhnlich". "Und auch die Jugendarbeit läuft mit unseren Partnern aus Meilschnitz und Ketschenbach hervorragend", schwärmt Weber weiter. Diese kontinuierliche Aufbauarbeit trug auch am Sonntag wieder Früchte: "Zwölf von 16 Spielern des Kreisklassen-Kaders stammen aus unserer eigene Jugend. Das ist fantastisch", lobt Weber quasi seinen gesamten Stab. Der Familienvater, der bei den Stadtwerken in Neustadt ebenfalls einen verantwortungsvollen Posten hat, gilt zweifelsohne als Motor des FCH. Die positiven Entwicklungen wie die Fertigstellung des Sportheimes nach dreieinhalbjähriger Renovierungsphase im Innen- und Außenbereich oder auch mehrere Auszeichnungen und viel Anerkennung für die Projekte "Klimaneutraler Verein" und "FCH kauft ein" fallen unter in seine Amtszeit und haben bei den Mitgliedern einen mindestens genauso hohen Stellenwert wie der derzeit sportliche Erfolg auf dem Rasen.

Megastolzer Spielertrainer Walter

Natürlich wäre der Titelgewinn in der Kreisklasse 1 und der damit verbundene Aufstieg in die höchste Spielklasse des Kreises "ein Traum in der Jubiläums-Saison", doch Druck will niemand in Haarbrücken ausüben. Auch Spielertrainer Philipp Walter nicht, der am Sonntag megastolz auf seine Jungs war. Ehe er im Spurt das schmucke Areal verließ, weil er als Wahlhelfer eingeteilt war, meinte er noch: "Es ist schon verdammt schwer unsere Offensiv-Power zu stoppen, wenn die erst einmal ins Rollen kommt. Ich bin sicher, wir haben heute viele Zuschauer mit dieser starken Leistung begeistert und auch für uns gewinnen können."