Der FC Eintracht Bamberg hat gegen den Mitaufsteiger FC Coburg in letzter Minute noch den Sieg aus der Hand gegeben. Die Gäste trafen durch Sam kurz vor dem Schlusspfiff zum 2:2. Weil der TSV Neudrossenfeld gleichzeitig sein Heimspiel gegen den SV Memmelsdorf mit 3:1 gewann, ist das Team von Trainer Michael Hutzler nach sechs Spieltagen in Folge die Tabellenführung vorerst los.

Einfach verschenkt - auf eine bessere Formel lässt sich der unnötige Punktverlust gegen leidenschaftlich kämpfende, aber spielerisch biedere Coburger für den FC Eintracht nicht bringen. Der Tabellenführer, der sich in der vergangenen Saison in der Bezirksliga noch ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft mit dem FC Coburg geliefert hatte, dominierte fast eine Stunde lang klar das Geschehen, bevor er das erste Gastgeschenk in Form eines individuellen Fehlers von Torwart Fabian Dellermann verteilte. Der kurzfristig reaktivierte FCC-Stürmer Daniel Sam ließ sich nicht lange bitten und brachte seine Farben wieder zurück ins Spiel.

Der Gastgeber, der bis dato souverän und hochverdient dank zweier Treffer von Lukas Schmittschmitt - dem besten FCE-Akteur an diesem Tag - in Front lag, wackelte plötzlich. Und er fiel auch noch, weil er durch Passivität das zweite Gastgeschenk ermöglichte: Sam staubte aus dem Getümmel im Bamberger Strafraum in der 90. Minute zum dann nicht einmal unverdienten Ausgleich ab.

Schmittschmitt mit Doppelpack

Dabei begann das Spiel ganz nach dem Geschmack der über 400 Zuschauer auf der Tribüne im Fuchs-Park, die ihr Team leidenschaftlich nach vorne trugen. Trotz dreier nomineller Offensivkräfte (Mosert, McCullough und Knie) zogen sich die Gäste mit viel Respekt nahezu komplett in die eigene Hälfte zurück und hofften auf Konterchancen. Bamberg fand mit tollem Ballbesitzfußball dennoch im Defensivbollwerk der Gäste immer wieder die Lücken und kam zu guten Möglichkeiten. Lukas Schmittschmitt nutzte gleich zwei davon und sorgte für die beruhigende Pausenführung.

Wohl kaum jemand hätte zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass sich der Spitzenreiter am Ende mit einem Punkt würde begnügen müssen. FCC-Trainer Lars Scheler reagierte nun und brachte mit Daniel Sam eine weitere Offensivkraft. Ein Glücksgriff, wie sich letztlich herausstellte. Dennoch hätten die Hutzler-Schützlinge in der ersten Viertelstunde nach dem Seitenwechsel den Sack zumachen müssen: Der FCE ließ zahlreiche Chancen liegen - und Schmittschmitts Heber aus 17 m traf zu allem Überfluss nur die Latte.

Trainer Hutzler sauer

"Das war für uns ein gebrauchtes Spiel. In der ersten Halbzeit hatten wir viel Ballbesitz, haben ein ordentliches Spiel gemacht, kaum Torchancen zugelassen - und gehen verdient mit 2:0 in die Halbzeit. Ganz anders das Bild nach dem Seitenwechsel: extremes Ballgeschleppe, extrem unsicheres Passspiel, wir standen zu tief, hatten Probleme im Spielaufbau und wenig Chancen. Dann macht Dellermann den Fehler und wir kommen nicht mehr ins Spiel. Unter dem Strich ist das 2:2 für die Coburger nicht mal unverdient, weil sie aufopferungsvoll gekämpft haben", resümiert Hutzler. agr