Mit einer enttäuschenden Vorstellung hat der FC Coburg auch beim Tabellennachbarn SV Euerbach/Kützberg den Kürzeren gezogen und sich weiter in die Abstiegs-Bredouille manövriert. In einer über weite Strecken fußballerische Magerkost bietenden Partie setzten sich die körperlich präsenteren Gastgeber dank eines Kopfballtreffers von Florin Popa nach einer Ecke mit 1:0 durch. SV Euerbach/Kützberg - FC Coburg 1:0 (0:0)

Coburg erspielte sich über die gesamten 90 Minuten kaum Torchancen und ließ den notwendigen Willen weitgehend vermissen, um sich in dem richtungsweisenden Spiel zu behaupten. Der Sportliche Leiter des FCC, Alexander Grau, fasste die Leistung seiner Vestekicker ebenso kurz wie zutreffend zusammen: "Deprimierend!"

Gegen einen anfänglich früh attackierenden Gegner hatte Coburg in den ersten zehn Minuten vielversprechende Offensivaktionen. Doch Adrian Guhling ließ die große Gelegenheit zur Führung aus, als er nach schnell von Rene Knie ausgeführtem Freistoß frei vor SV-Keeper Irnes Husic über diesen, aber auch knapp übers Gebälk schoss (5.).

Auch Ricardo König und Fabian Carl kamen zu Halbchancen. Dann aber stellte die Heimelf auf eine defensivere Grundordnung um, und fortan fand Coburger Angriffsfußball praktisch nicht mehr statt. Vielmehr war Euerbach das gefährlichere Team und hätte spätestens in Minute 40 treffen müssen, doch Maximilian Weinreich klärte zweimal binnen drei Sekunden für den geschlagenen Oleksandr Churilov auf der Linie.

Zu Beginn von Durchgang zwei neutralisierten sich beide Mannschaften. Dann aber leistete sich Weinreich einen haarsträubenden Rückpass, und die anschließende Ecke verwandelte der sträflich ungedeckte Popa wuchtig per Kopf (56.).

Bei Coburg war kaum ein Aufbäumen zu erkennen, alleine Jonathan Baur vermittelte echten Ausgleichselan. Die Gastgeber wiederum gingen mit Räumen und Chancen fahrlässig um, Churilov hielt sein Team gegen die starken Edisan Berisha (78.) und Yasir Aldijawi (86.) im Eins-gegen-Eins zumindest ergebnismäßig im Spiel. Aber bis auf einen geblockten Schuss von König (64.) und einen Kopfball von Davide Dilauro in der Schlusssekunde (90.+5) kam der FCC nicht einmal in die Nähe eines eigenen Treffers.

Trainer Scheler war sprachlos

Nach der zweiten 0:1-Schlappe gegen ein "Mit-Kellerkind" hintereinander muss sich der Blick der mit viel Euphorie in die Saison gestarteten Vestekicker ausschließlich nach unten richten. FCC-Coach Lars Scheler fehlten im Anschluss an die Partie weitgehend die Worte. "Das muss ich erst einmal verarbeiten!" Euerbachs Trainer Ulli Baumann frohlockte hingegen zu Recht: "Ein ganz wichtiger Sieg für uns. Jetzt haben wir Anschluss ans Mittelfeld." Und er fügte hinzu: "Uns war klar, dass das eine Abnutzungsschlacht wird!" Wirklich geführt haben sie nur seine Mannen. hg