Gertrud Glössner-Möschk

Ist es nur ein "ehrenwertes Haus" mit lauter spießigen Bewohnern, wie Udo Jürgens es besungen hat, oder doch ein Horrorhaus, in dem das (Zusammen)Leben mit Frau Elfriede W. (Name von der Redaktion geändert) eine Zumutung ist? Amtsrichter Peter Neller war vor diese Frage gestellt, als er über eine Klage der Joseph-Stiftung, dem kirchlichen Wohnungsunternehmen des Erzbistums, zu befinden hatte.


Mediationsverfahren

Die Stiftung hatte eine Räumungsklage gegen die Mieterin angestrengt, die seit mehr als 20 Jahren in einem ihrer Mehrparteienhäuser am Babenbergerring wohnt. Vorausgeschickt sei: Die Vermieterin hat zuvor nichts unversucht gelassen, um den Frieden im Haus wiederherzustellen. Sie wollte unbedingt vermeiden, dass sich Frau W. eine andere Wohnung suchen muss. Zu diesem Zweck war sogar ein Mediationsverfahren durchgeführt worden.