Die ambulanten Hilfen der Geschwister-Gummi-Stiftung betreuen derzeit rund 80 Familien in Stadt und Landkreis Kulmbach. Deren Hilfebedarf habe sich durch die Pandemie durchaus erhöht: "Viele Familien denken immer noch: Irgendwie müssen wir da durch, andere bekommen das auch hin. Die anderen erwarten das auch von uns", sagt Andrea Krüger, Bereichsleitung der Ambulanten Hilfen der Geschwister-Gummi-Stiftung.

Krise führt zu mehr Gewalt

Einige Familien, die eigentlich schon wieder sehr selbstständig gewesen seien und sich von der Hilfe allmählich abgelöst hatten, hätten wieder mehr Hilfebedarf angemeldet. Ursache seien diverse Probleme, die im direkten oder indirekten Zusammenhang mit der Corona-Krise stünden: Das Homeschooling der Kinder, fehlende soziale Kontakte, veränderte Arbeitssituationen, räumliche Enge, finanzielle Ängste und vieles mehr. "All das kann Familien sehr belasten. Auch die Paarbeziehung der Eltern wird in dieser Zeit mehr belastet und häusliche Gewalt nimmt leider zu", weiß Krüger.

Jugendamt und Stiftung helfen

Die breit gefächerten Ambulanten Hilfen der Geschwister-Gummi-Stiftung, zu denen unter anderem auch das Projekt "GeborGen" für junge Eltern mit Kindern von 0 bis drei Jahren und die "DoMiNo"-Selbsthilfegruppe für Kinder psychisch kranker Eltern gehören, erfahren die Familien über ein Antragsverfahren beim zuständigen Jugendamt. Das Anmelden eines Hilfebedarfs der Familie scheine oftmals noch ein gesellschaftliches Tabuthema zu sein, beobachtet Andrea Krüger. Sie wünsche sich - nur am heutigen Internationalen Tag der Familie - "mehr Rücksicht auf und Verständnis für Familien". red