Betrüger haben am Dienstagabend von einer Erlanger Seniorin mehrere Zehntausend Euro ergaunert. Die Unbekannten riefen bei der Frau an und gaben sich als Polizeibeamte aus. Unter dem Vorwand, dass die Frau Falschgeld von ihrer Bank erhalten hätte, ließen sich die Anrufer einen hohen Bargeldbetrag aushändigen. Nun ermittelt die Kriminalpolizei wegen Betrugs.

Wie es im Pressebericht heißt, stellte sich gegen 19 Uhr der Seniorin ein Anrufer als "Franz Koch" von der "Polizeiabteilung 13" vor. Anschließend eröffnete er der überraschten Frau, dass sie bei der Sparkasse Falschgeld abgehoben hätte. Eine Beamtin der Polizei würde in Kürze zur Geschädigten kommen und das angebliche Falschgeld abholen. Im Gegenzug würde die Seniorin kurz darauf "echtes Geld" von der Polizei erhalten.

Bargeld in Tüte gepackt

Die Angerufene war tatsächlich Kundin der genannten Bank. Zudem hatte sie über einen langen Zeitraum immer wieder Bargeld auf die Seite gelegt. Daher beunruhigte sie die Mitteilung sehr und sie willigte dem in Aussicht gestellten Austausch des Geldes zu. Kurz darauf erschien die angebliche Polizeibeamtin, die sich als "Emilia Schmidt" vorstellte. Sie half der aufgeregten Seniorin bei der Verpackung des Bargeldes in eine Tüte. Diese wurde anschließend vor der Wohnungstür abgelegt, während die unbekannte Tatverdächtige weiter die Geschädigte überwachte. Nachdem das Geld von weiteren Mitgliedern der Betrügerbande abgeholt worden war, suchte auch "Emilia Schmidt" das Weite.

Die Kriminalpolizei hat nun Ermittlungen wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs aufgenommen, sucht Zeugen des Vorfalls und fragt: Wer hat im Zeitraum von Dienstag gegen 19 Uhr bis Mittwoch gegen 2 Uhr verdächtige Personen in der Oppelner Straße in Erlangen wahrgenommen? Wer hat Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen im Umfeld der genannten Straße bemerkt?

Erhöhte Vorsicht ist angebracht

Die Kriminalpolizei bittet Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich mit dem Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 0911/2112-3333 in Verbindung zu setzen. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken mitteilt, hatten sich betrügerische Anrufe angeblicher Polizeibeamter in ganz Mittelfranken bereits seit dem 9. September gehäuft und waren ab 10. September auch verstärkt in Erlangen vorgekommen. Die Polizei rät weiterhin zu erhöhter Vorsicht und weist unter anderem darauf hin, dass echte Polizisten niemals um Geldbeträge bitten oder Bürger nach ihren Vermögensverhältnissen ausfragen werden. Weiterführende Informationen zum Themenbereich finden sich auch im Internet unter www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/betrug-durch-falsche-polizisten/. pol