"Das wird eine harte Nuss. Eines sehr harte sogar", betont Martin Reichert, Vorstandsmitglied des Eishockey-Landesligisten ESC Haßfurt. Ebenso äußert sich Trainer Zdenek Vanc, der angesichts des Kaders von "einem der Topfavoriten" spricht. Wenn die Haßfurter "Hawks" (10. Platz/0 Punkte) am Sonntagabend (18 Uhr) bei den "Isar Rats" des EV Dingolfing gastieren, dann ist auf alle Fälle Einsatz und Kampf von der ersten Sekunde an gefragt.

Landesliga

EV Dingolfing - ESC Haßfurt

Während die Kreisstädter ihre Auftaktpremiere gegen den EV Pegnitz nach einer 2:5-Niederlage vermasselt haben, sind die Niederbayern glänzend in die Landesligasaison gestartet. Gegen den EHC Bayreuth fuhr die Mannschaft um Vancs Trainerkollegen Billy Trew einen 13:4-Kantersieg ein. Die zwei Tage später angesetzte Begegnung der Dingolfinger beim ESV Waldkirchen wurde abgesagt.

Einen tollen Einstand feierte dabei kein Geringerer als Nationalspieler Marcel Brandt. Der Profi der "Straubing Tigers" wurde wie viele seiner Mitspieler aus der DEL, die coronabedingt erst im Dezember starten soll, vorübergehend zu unterklassigen Vereinen "ausgeliehen", die den Betrieb bereits aufgenommen haben, um Spielpraxis zu bekommen. Er entschied sich trotz zahlreicher anderer Angebote für seinen Heimatverein.

Mehrere Topneuzugänge

Daneben stehen mit dem ehemaligen Passauer Topscorer Petr Sulcik oder dem aus Erding zurückgekehrten Oliver Wawrotzki weitere Topneuzugänge für die Dingolfinger auf dem Eis. Nicht zu vergessen sind letztjährige Leistungsträger wie Oliver Ferst, Helmut Kößl, David Bilek sowie Routiniers wie Markus Simbeck und Daniel Schickaneder, die dem Verein die Treue hielten. "Keine Frage, Dingolfing haben wir schon vor der Verpflichtung von Marcel Brandt in der ohnehin topbesetzten Landesliga ganz oben erwartet. Das wurde jetzt natürlich noch einmal gesteigert", ist sich Vanc der Schwere der Aufgabe bewusst. Andererseits weiß er auch um die Stärken der eigenen Mannschaft, die sich seiner Meinung nach gegen den EV Pegnitz nicht gut präsentiert habe. "Jetzt müssen wir mit Disziplin spielen, ohne dumme Fouls, einfacher und vor allem gemeinsam", bringt der 41-Jährige das eigentlich einfache Rezept auf den Punkt.

Er hofft darauf, dass die im Pegnitz-Spiel gemachten Fehler nach einer weiteren Woche intensiven Trainings in Dingolfing abgestellt werden können. "Ich wünsche mir natürlich, dass sich die Mannschaft so präsentiert, wie ich mir das vorstelle", sagt Vanc. Doch egal, in welcher Zusammensetzung beide Teams aufeinandertreffen: In der Marco-Sturm-Eishalle ging es meist knapp zu. Im Vorjahr hatten die "Hawks" gleich zwei Mal das bessere Ende für sich und setzen sich mit 7:6 (Vorrunde) sowie 7:8 (Aufstiegsrunde) durch. Zdenek Vanc könnte am Sonntag erstmals Rückkehrer Jakub Sramek einsetzen, denn der aktuelle Corona-Test bei seinem Landsmann ist negativ. Fraglich ist nur noch, ob der Angreifer rechtzeitig in Haßfurt ankommt und ob überhaupt gespielt werden darf. Dies dürfte sich angesichts der massiv gestiegenen Corona-Fallzahlen erst am Sonntag entscheiden. rn