In den Sommerferien einen Kurztrip mit Bus oder Auto geplant: Menschen mit Behinderung stellt eine solche Reise oft vor Herausforderungen. Vandalismus in öffentlichen Toiletten oder den Tankwart um den Schlüssel zum Behinderten-WC zu bitten erschwert die Suche nach einem behindertengerechten "stillen Örtchen".

Generalschlüssel erhältlich

Der Club Behinderter und ihrer Freunde in Darmstadt und Umgebung e.V. (CBF Darmstadt) hat dafür den so genannten Euro-WC-Schlüssel ins Leben gerufen. Er ist eine Art Generalschlüssel für viele öffentliche Behinderten-WCs an Autobahnen, in vielen deutschen Städten, in Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern. Ihre einheitliche Schließanlage öffnet sich mit diesem Schlüssel.

Wie das Landratsamt Erlangen-Höchstadt mitteilt, können Menschen mit Behinderung den Euro-WC-Schlüssel für 23 Euro beim CBF Darmstadt, Pallaswiesenstr. 123a, 64293 Darmstadt oder unter www.cbf-da.de bestellen.

Verzeichnis über Toiletten

Für 27 Euro erhalten Berechtigte nicht nur den Schlüssel, sondern auch ein Verzeichnis über behindertengerechte Toiletten in Europa. Den Schlüssel erhalten Menschen, die schwer gehbehindert sind, Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer, Stomaträger, Blinde sowie schwerbehinderte Menschen, die hilfsbedürftig sind und gegebenenfalls eine Hilfsperson brauchen.

Auch Personen, die an Multipler Sklerose, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt sind sowie Menschen mit chronischem Blasen-/Darmleiden bekommen ihn. Wer einen Grad der Behinderung von 70 Prozent plus Merkzeichen G im Schwerbehindertenausweis hat, erhält auf jeden Fall einen Schlüssel.

Ist das Merkzeichen aG, B, H oder BL eingetragen, bekommt die Person einen Schlüssel unabhängig vom Grad der Behinderung.

Ein ärztlicher Nachweis reicht aus, wenn eine Behinderung nicht anders nachgewiesen werden kann. Dies gilt beispielsweise für Personen aus Ländern, die kein vergleichbares Ausweissystem haben. Auch der europäische Parkausweis für Schwerbehinderte gilt als Nachweis.

Behinderung nachweisen

Um Missbrauch zu vermeiden, bittet der CBF darum, der Bestellung des Euroschlüssels eine Kopie des Schwerbehindertenausweises beizufügen. Bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ist ein ärztlicher Nachweis erforderlich.

Weitere Auskünfte zu den Euroschlüsseln gibt es bei der Seniorenbeauftragten des Landkreises, Anna Maria Preller, unter der Rufnummer 09131/803-1330 oder per E-Mail an anna.maria.preller@erlangen-hoechstadt.de. red