Zu Pfingsten mit Bus oder Auto in den Kurzurlaub: Für Menschen mit Behinderung wird eine solche Reise oft zur Herausforderung. Vandalismus in öffentlichen Toiletten oder den Tankwart um den Schlüssel zum Behinderten-WC bitten zu müssen machen ihnen die Suche nach einem behindertengerechten "stillen Örtchen" schwer, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts.
Abhilfe schafft der sogenannte Euro-WC-Schlüssel des Clubs Behinderter und ihrer Freunde in Darmstadt und Umgebung (CBF Darmstadt). Er ist eine Art Generalschlüssel für viele öffentliche Behinderten-WCs an Autobahnen sowie in vielen deutschen Städten, in Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern. Diese besitzen eine einheitliche Schließanlage, die sich mit einem solchen Schlüssel öffnen lässt. Menschen mit Behinderung können den Euro-WC-Schlüssel für 20 Euro beim CBF Darmstadt, Pallaswiesenstraße 123a, 64293 Darmstadt oder im Internet unter www.cbf-da.de bestellen.


Behinderung nachweisen

Den Schlüssel erhalten Menschen, die schwer gehbehindert sind, Rollstuhlfahrer, Stomaträger, Blinde sowie schwerbehinderte Menschen, die hilfsbedürftig sind und gegebenenfalls eine Hilfsperson brauchen. Auch Personen, die an Multipler Sklerose, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt sind, sowie Menschen mit chronischem Blasen-/Darmleiden bekommen ihn. Wer einen Grad der Behinderung von mindestens 80 Prozent im Schwerbehindertenausweis oder 70 Prozent plus Merkzeichen G hat, erhält auf jeden Fall einen Schlüssel. Ist das Merkzeichen aG, B, H, oder BL eingetragen, bekommt die Person einen Schlüssel unabhängig vom Grad der Behinderung.
Um Missbrauch zu vermeiden, bittet der CBF darum, der Bestellung des Euro-WC-Schlüssels eine Kopie des Schwerbehindertenausweises beizufügen. Bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ist ein ärztlicher Nachweis erforderlich. Mehr als drei Schlüssel gibt der CBF nur an Vereine, Selbsthilfegruppen oder Organisationen, die nachweislich gemeinnützig sind, ab.
Weitere Auskünfte zu den Euro-WC-Schlüsseln gibt es bei Jürgen Ganzmann, ehrenamtlicher Beauftragter des Landkreises für Menschen mit Behinderung, unter der Telefonnummer 09131/7508613 oder per E-Mail an ganzmann@wab-kosbach.de und bei Anna Maria Preller, Seniorenbeauftragte des Landkreises, unter der Rufnummer 09131/803277 oder per E-Mail an anna.maria.preller@erlangen-hoechstadt.de. red