Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) empfiehlt Naturfreunden ein geheimnisvolles Naturerlebnis: Ab Mitte Januar kann man bei einem Abendspaziergang in einem naturnahen, alten Wald oder in einem Park mit altem Baumbestand die Balzrufe der heimischen Eulen besonders gut erleben, heißt es in einer Pressemitteilung.
Denn Uhu, Waldkauz, Waldohreule, Schleiereule, Sperlingskauz und Raufußkauz beginnen schon bald mit der Brut. Trotz des Winters ist die Balz, also das Liebeswerben unserer Eulen, ab Januar bereits in vollem Gang: Ihre weithin hörbaren Rufe kündigen allerorten den nahen Frühling an.
Früher als viele andere Vogelarten beginnen die Eulen meist im März, Uhu und Waldkauz gelegentlich schon im Februar mit der Brut. Sie gewinnen damit wertvolle Zeit für die Jungenaufzucht, und die strenge Witterung des ausgehenden Winters kann vielen von ihnen als Höhlenbrüter wenig anhaben.
Den Ruf des Waldkauzes - das langgezogene "huuu-uu-uuuu" des Männchens beziehungsweise das kurze "kuwitt" des Weibchens - kennt man aus Grusel-Filmen. Das markante und weittragende "buho" der mit bis zu 1,80 Metern Flügelspannweite größten Eule der Welt, des Uhus, ist nicht zu überhören.
Unsere beiden kleinsten Eulen - der Raufußkauz und der absolute "Winzling", der gerade einmal starengroße Sperlingskauz - brüten in aufgegebenen Spechthöhlen und kommen deshalb nur in ausgedehnten Wäldern vor.
Vor allem in alten Nadelwäldern hat man gute Chancen, das hohe, gereihte "djü" des Sperlingskauzes oder das leise beginnende und gegen Ende ansteigende "huhuhu" des Raufußkauzes zu hören.


Beste Gelegenheit

Am besten hört man die waldbewohnenden Eulen an windstillen und trockenen Abenden. Den Schleiereulen mit ihren hellen Federn begegnet man in der Nähe von landwirtschaftlichen Siedlungen, da sie bevorzugt in alten Scheunen und Gehöften brüten und ihre Jungen aufziehen.
Der Landesbund für Vogelschutz bittet um Hilfe bei der Erfassung der Eulenbestände im Landkreis Lichtenfels. Falls man eine Eule gesehen oder gehört hat, soll man die Eulenart, den Ort, das Datum und die Uhrzeit per Meldebogen an die Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) weiterleiten. Das Dokument ist zu finden auf der Internetseite der Kreisgruppe unter www.lichtenfels.lbv.de. Zur besseren Bestimmung können auf dieser Seite auch Hörproben der Eulenrufe und Bilder der einzelnen Arten aufgerufen werden. Die gemeldeten Daten werden auch zur Artenschutzkartierung an das Landesamt für Umwelt und Naturschutz (LfU) in München weitergegeben.