von unserem Mitarbeiter  Ralf Naumann

Haßfurt — Lubos Thür hat vor dem Saisonstart in die Eishockey-Landesliga noch viel Arbeit vor sich. Zwar war die erneute Niederlage des ESC Haßfurt gegen die "Alligators" des Höchstadter EC (Bayernliga) keineswegs eine Überraschung. Die wieder deftige zweistellige 3:11 (3:5, 0:1, 0:5)-Pleite wurmte den "Hawks"-Trainer trotzdem.
Gerade mit dem letzten Spielabschnitt, der mit 0:5 verloren ging, war er gar nicht zufrieden. "So darf man nicht Eishockey spielen. Egal ob Vorbereitung oder nicht", schimpfte Thür nach der Schlusssirene. Kein Wunder, denn die "Hawks", bei denen wider Erwarten erneut Eugen Nold (Urlaub) fehlte, dazu Frederic Rambacher (ebenso Urlaub), Ilja Kinereisch (erkrankt), Georg Lang (verhindert) und die noch verletzten Akteure wie Marco Hildenbrand oder Pascal Marx, boten in den ersten beiden Abschnitten eine durchaus ansehnliche Leistung.
Vor allem wehrten sie sich gegen zweifelsohne technisch weitaus bessere Gäste - und zwar erfolgreich: Nach der frühen Führung von Höchstadts Ales Kreuzer (2.) drehte der Außenseiter, bei dem mit Alexander Stahl, Lukas Zänglein, Manuel Kurz, Daniel Wildenauer, Michael Stach, Kilian Hümmer und Fabian Vollert gleich sieben letztjährige Juniorenspieler zum Einsatz kamen, durch Treffer der erfahrenen Marcel Schorr und David Franek (3., 9.) das Ergebnis. Danach aber kam der Bayernligist, der nach der Begegnung sofort ins Trainingslager ins tschechische Slany fuhr, immer besser ins Spiel. Letztlich lagen die "Hawks" bis zur ersten Pause - Neuzugang Jan Slivka erzielte in Überzahl das zwischenzeitliche 3:4 (20.) - nur knapp mit 3:5 in Rückstand.
Und auch in den zweiten 20 Minuten hielten sie gut dagegen. Während der junge Daniel Wildenauer mit einem Penalty an Höchstadts DEL-erfahrenem Schlussmann Martin Fous scheiterte (26.), erhöhte die Mannschaft von HEC-Trainer Stan Mikulenka nur auf 3:6 (Torschütze war Marco Pronath, 32.).
Nach dem zweiten Seitenwechsel aber war von kämpferischem Einsatz der "Hawks" nur noch wenig zu spüren. Und so kam es, wie es kommen musste, dass EC-Kapitän Daniel Sikorski und seine Teamkollegen nach Belieben kombinieren und die Scheibe laufen lassen konnten. Zwar machte ESC-Torwart Joshua Platten, der bereits in der 31. Minute für Martin Hildenbrand zu seinem ersten Einsatz kam, in einigen Situationen nicht die glücklichste Figur. Bei den meisten Gegentoren war er freilich machtlos.
"Mit den ersten 40 Minuten war ich zwar nicht ganz einverstanden, aber es war in Ordnung", zog Lubos Thür ein durchwachsenes Fazit der Begegnung. Mit zunehmender Müdigkeit nach einer weiteren anstrengenden Trainingswoche hatte der Einbruch im Schlussdrittel seiner Meinung nach nichts zu tun. "Die Jungs waren einfach zu lässig, jeder Schritt zu spät. Statt die Scheibe zu spielen, wurde der Körperkontakt gesucht". Ihren nächsten Einsatz haben die "Hawks" am kommenden Freitag um 20 Uhr beim EHC Mitterteich. Dort soll es wieder anders laufen.
ESC Haßfurt: Mart. Hildenbrand, Platten - Schorr, Max Hildenbrand, Ankenbrand, Stahl, Bates - Zänglein, Kohn, Zösch, Kurz, Wildenauer, Slivka, Stach, Franek, Hümmer, Dietrich, Rister, Vollert / SR: Guck/Feist / Zuschauer: 178 / Tore für Haßfurt: Schorr, Franek, Slivka / Strafzeiten: Haßfurt 14 / Höchstadt 10