Coburg — Als Erfolgsmodell werteten die Ehrengäste beim Festakt zum 60-jährigen Bestehen der staatlichen Realschule CO I die bayerische Realschule im Allgemeinen und die CO I im Besonderen. Im Beisein zahlreicher Honoratioren aus der Bildungslandschaft, der Politik sowie der Wirtschaft bescheinigte Ministerialdirigentin Elfriede Ohrnberger dieser Schulgattung die meisten Schnittstellen zu anderen Schularten und zur Berufswelt.
"Die CO I zählt zu den ältesten und traditionellsten Realschulen in Bayern. Sie hat die Umbrüche des Wandels gut überstanden und wird den Anforderungen der digitalen Welt, der Globalisierung sowie der Vernetzung voll und ganz gerecht", betonte Ohrnberger.
Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) beleuchtete den Wandel der Zeit und der veränderten schulischen Anforderungen im Laufe der 60-jährigen Ära der CO I. "Pisa und andere Studien haben belegt, dass es mit dem deutschen Schulwesen nicht zum Besten stand. Es musste sich etwas ändern. Einher mit der Aufbruchsstimmung nach Pisa bekannten sich die Städte und Kommunen neben ihrer Aufgabe als Sachaufwandsträger als Bildungspartner ihrer Schulen", sagte Tessmer. "Es ist Zeit für Allianzen und Netzwerke. Schulen sind die Werkstätten der Zukunft", lautete eine Kernaussage des Oberbürgermeisters.
In dieser Hinsicht stellte er der CO I unter der Führung von Direktorin Susanne Carl, Konrektor Peter Aschenbrenner sowie dem harmonischen Kollegium die Bestnote aus.
Durch umfangreiche Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen hat die Stadt Coburg in den vergangenen Jahren die Voraussetzungen für ein modernes Schulleben geschaffen, das auf vorbildliche Weise umgesetzt wird.
Offene Ganztagsklassen und als neuester Spross eine gebundene Ganztagsklasse führte Tessmer als Belege an. Des Weiteren prägten die Ausrichtung auf Fremdsprachen mit Englisch und Französisch als Prüfungs- sowie Spanisch und Italienisch als Wahlfächer sowie die musisch-kreative Ausrichtung das Schulprofil. Seit diesem Schuljahr wird auch bilingualer Geschichtsunterricht angeboten. Als Seminarschule bildet man schon seit längerem Referendare aus.
"Eine Schule ist keine Insel, sondern eingebunden in ein enges Geflecht von Partnern in Stadt, Land und Freistaat", erläuterte die Schulleiterin. "Ich freue mich, dass ich die Flamme der Erziehung und Bildung gemeinsam mit meinen Kollegen an kommende Generationen weiterreichen darf", bekräftigte Susanne Carl.
Elternbeiratsvorsitzender Hartmut Feldner lobte die Einführung der sechsstufigen Realschule vor mehr als einem Jahrzehnt als richtigen Schritt, der reibungslos über die Bühne gegangen sei. Belege des Miteinanders an der CO I sind für ihn eine intakte Schülermitverwaltung sowie ein Lehrer-Eltern-Arbeitskreis. Als gegenwärtige Renner sieht er Chor klassen in der fünften und sechsten Jahrgangsstufe, einen Tanzkurs für die zehnten Klassen sowie die Errichtung eines Sportcourts mit Soccerfeld auf dem Schulgelände an. An die Adressen der Stadt und der Schulleitung richtete Feldner den Wunsch nach einem richtigen Schulnamen, wie ihn die örtlichen Gymnasien sowie viele Grund- und Mittelschulen besitzen.
Umrahmt wurde die Feierstunde mit modernen musikalischen Beiträgen des rund 100-köpfigen Schulchores und der Schulband unter der Leitung von Studienrat Florian Hintsche sowie einer Tanzdarbietung der Tanzgruppe unter der Regie von Studienrätin Christina Hußlein. Digital dargestellt wurden Highlights des Sponsorenlaufs 2014 sowie Einblicke in das Schulleben aus sechs Jahrzehnten unter dem Slogan "Gutes sichern - Neues wagen". Durch das Programm führten Projektgruppen der Klasse 9d.
Hans Haberzettl