Kommt der Wohnungsbau in Schwung? Was die erteilten Baugenehmigungen betrifft, ist Bayerns Innenminister Joachim Herrmann positiv gestimmt, denn landesweit kletterten die Wohnungsbaufreigaben im Jahr 2015 um rund 5 Prozent. Für den Kreis Kulmbach lautet die Bilanz konkret: mehr genehmigte Bauprojekte und mehr genehmigte Wohnungen als im Vorjahr. Nach Zahlen des Landesamtes für Statistik wurden im Landkreis von Januar bis Ende Dezember 180 Baugenehmigungen für Wohnbauten, Sanierungsmaßnahmen und Nichtwohngebäude erteilt. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus um 1,7 Prozent. Wohnungen sind insgesamt 188 geplant, also 65 mehr (plus 52,8 Prozent) als im Vorjahr.
Im Kreis wurden im vergangenen Jahr 61 Baumaßnahmen im Bestand, 33 öffentliche Bauten oder Firmenbauten sowie 86 neue Wohngebäude genehmigt. Durch diese 180 Projekte sollen insgesamt 188 Wohnungen entstehen (Vorjahr: 123). Die Mehrzahl davon entfällt mit 120 genehmigten Wohnungen auf 86 neue Wohngebäude, unter denen 81 Ein- und Zweifamilienhäuser sind. Ein Jahr zuvor waren 75 Wohngebäude (darunter 70 Ein- und Zweifamilienhäuser) mit insgesamt 110 Wohnungen genehmigt worden. Der Rest entsteht in Gewerbebauten. Weiterhin können Umbaumaßnahmen oder die veränderte Nutzung eines Hauses für Wohnraum sorgen oder diesen auch vernichten, wenn zwei Wohnungen zusammengelegt werden. Bayernweit kletterte die Wohnungsbaunachfrage im Jahr 2015 auf den höchsten Stand der letzten zwölf Jahre. 61 870 Wohnungen wurden zum Bau frei gegeben, rund 3100 oder fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Entstehen sollen sie vor allem in neuen Wohngebäuden (85 Prozent).
Die Baufreigabe ist das eine, der Baubeginn das andere: Vorausgesetzt, dass alle Bauherren ihre 180 Projekte tatsächlich in Angriff nehmen, vergrößert sich der Wohnungsbestand im Kreis Kulmbach in naher Zukunft um 188 Wohnungen. sus