Das Heilgersdorfer Schloss sei als Baudenkmal bedeutsam genug, um Fördermittel vom Bund zu erhalten, meint Architekt Veit Huber. Nicht obwohl, sondern weil es in der Region viele vergleichbare Schlösser gibt: Birkenfeld, Burgpreppach, Eyrichshof, Rentweinsdorf, ... Alle eigentlich viel zu groß für die Dörfer, in denen sie stehen, aber Zeugnis für das Selbstverständnis der Reichsritter, die nur dem Kaiser unterstanden. "Sie alle haben sich für ihre Schlösser verschuldet", sagte Huber.

Schloss Heilgersdorf wurde 1717 bis etwa 1720 auf dem Platz eines ehemaligen Wasserschlosses errichtet. Adam Heinrich Gottlob von Lichtenstein, damals in Lahm ansässig, plante das neue Schloss als Witwensitz für seine Mutter. Gebaut wurden zunächst die Außenwände, dann wurde das Dach aufgesetzt, damit der Bau dicht war. Innen ausgebaut wurde aber bis 1721 nur der linke Flügel. "Das Schloss stand eine Zeitlang halbfertig da", beschreibt es Huber. Auch der vorgesehene Dachausbau kam nie zustande.

Die später im Obergeschoss eingebauten Wohnungen erhielten zudem niedrigere Decken, so dass sich zwischen der eigentlichen Decke und den Zimmern ungenutzter Raum befindet. Diese Umbauphase setzte in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ein, als das Haus für die Hitlerjugend genutzt werden sollte. Aber auch dieser Umbau wurde nie vollendet. In den 70er Jahren wurde das Schloss von außen renoviert. sb