Dies waren die letzten Worte von Hans Scholl, als er am 22. Februar 1943 durch das Fallbeil starb. Sein 100. Geburtstag am 22. September 1918 ist für mich Anlass, an diesen mutigen Widerstandskämpfer zu erinnern.

Zusammen mit seiner Schwester Sophie gründete er die studentische Widerstandsgruppe "Weiße Rose". Christoph Probst, Alexander Schmorell und Willi Graf gesellten sich zu der Gruppe. Der Philosophieprofessor Kurt Huber unterstützte die Studenten beim Verfassen der Flugblätter, in denen sie von den Judenmorden berichteten und zum passiven Widerstand gegen das verbrecherische NS-Regime aufriefen. Das 6. Flugblatt, verteilt am 18. Februar 1943 nach der Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad, wurde ihnen zum Verhängnis. Der Hausmeister der LMU München hatte beobachtet, wie Flugblätter aus dem zweiten Stock in den Lichthof der Uni geworfen wurden. Die Gruppe flog auf. Der Volksgerichtshof unter Roland Freisler machte kurzen Prozess und verurteilte alle Mitglieder der "Weißen Rose" zum Tode.

Als Erste starben Hans und Sophie Scholl zusammen mit Christoph Probst am 22. Februar. Die anderen folgten ihnen im Laufe des Jahres.

Was bewog Hans Scholl, sein Leben zu riskieren? Vor Gericht sagte er: "Weil ich bestrebt sein wollte, als Staatsbürger dem Schicksal meines Staates nicht gleichgültig gegenüber zu stehen, entschloss ich mich nicht nur in Gedanken, sondern auch in der Tat, meine Gesinnung zu zeigen."

Diese Worte fordern jeden von uns auf, den Feinden der Demokratie rechtzeitig entgegenzuwirken. Der irisch- britische Staatsphilosoph Edmund Burke (1729 - 1797) mahnt: "Für den Sieg des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun."

Jeder von uns sollte in seinem Umfeld radikalen Ansichten entgegentreten. So tragen wir dazu bei, dass radikale Gedanken gegen Demokratie und Freiheit in unserer Gesellschaft eingedämmt werden. Große Demonstrationen alleine genügen nicht. Wichtig ist das persönliche Gespräch mit Menschen anderer Ansicht. Wir sollten ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen. Das Motto "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" der Französischen Revolution kann uns dabei leiten. Die Brüderlichkeit wird in unserer von Egoismus geprägten Wohlstandsgesellschaft leider meist vergessen. Wovon wir befreit werden wollen, dazu fällt uns sofort etwas ein. Wozu wir befreit werden wollen, dieser Frage wird oft mit Unverständnis begegnet. Die frohe Botschaft Jesu weist uns den Weg. Matthias Claudius sagt es schlicht und einfach: "Die Freiheit besteht darin, dass man alles tun kann, was einem anderen nicht schadet."

Hans-Georg Kosuch ist Oberstudiendirektor a. D.