Betrifft: "Das Aus für eine Institution" vom 16.02.2016, Bad Kissingen:

Runderneuerung für den Rosengarten. Aber um welchen Preis. Neuer Rasen, neuer Springbrunnen, da hat das Alte keinen Platz mehr. Weg mit dem Geschäft auf der Ludwigsbrücke, das Barbara Weyh 43 Jahre lang geführt hat. Zur Freude ihrer Kundschaft - oft Stammkunden - und das auch einen Teil ihres Lebens ausmachte.


Viele schöne Erinnerungen

Aber bei der Runderneuerung war dafür kein Platz mehr. Einfach nur traurig. Ich habe meine Kindheit und Jugend in Bad Kissingen verbracht, bin gerne über die Ludwigsbrücke spaziert, mit Blick in den Rosengarten. Und am Ende der Brücke das kleine Häuschen mit dem Laden. Da blieb man - sie - immer stehen, um zu "kruscheln". Eine witzige Karte, etwas zum Naschen, ein kleines Buch, etwas fand sich immer zum Mitnehmen. Es gehörte dazu, die Einkehr in den gemütlichen Laden. Immer freundlich bedient.


Anlauf-Punkt

Für die Kurgäste von den großen Kliniken in der Schönbornstraße war dieser Laden viel wert. Die Reha-Patienten, denen der Weg in die Stadt noch zu weit war, fanden hier ihre Zeitungen, die Ansichtskarten, ein kleines Mitbringsel für ihre Angehörigen zu Hause. Und nicht zuletzt den kleinen Tratsch mit anderen Kurgästen in Frau Weyh's guter Stube.
Wen sollte dieser Laden jemals stören? Unbegreiflich. 1000 neue Rosen, ein Springbrunnen mit Farbe und Klang ... welch hoher Preis. Es ist einfach traurig.
Ursula Gerlach
Oerlenbach