Nach teilweise unsachlichen Diskussionen in der Aprilsitzung des Lautertaler Gemeinderates scheinen die Wogen etwas geglättet. Bürgermeister Karl Kolb ging zu Beginn der Sitzung am Donnerstag noch einmal darauf ein. Er sagte, er habe inzwischen mit den betreffenden Gemeinderäten sachlich gesprochen. Kolb gab zu verstehen, dass er eine Rückkehr zu konstruktiver, vertrauensvoller Zusammenarbeit erwarte. "Solche Vorkommnisse wie in der letzten Sitzung sind - gewollt oder ungewollt - dem Ansehen des Gemeinderates nicht dienlich", betonte er. Im Zusammenhang mit der Suche nach geeigneten Flächen für Photovoltaikanlagen war es zu recht ruppigen, kontroversen Meinungsäußerungen gekommen.

Das in der Sitzung am 6. Mai behandelte Thema Photovoltaikanlagen wurde erneut behandelt. Ein nun fristgemäß eingegangener und begründeter Antrag der CSU-Fraktion wurde behandelt. Darin werden eine Aufhebung des Grundsatzbeschlusses vom 5. Dezember 2019 und des Änderungsbeschlusses vom 8. April 2021 zur Errichtung von Photovoltaikanlagen vorgeschlagen. Stattdessen solle das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Gemeindegebiet angewendet werden. Entsprechende Baugesuche sollten dann nach Gesichtspunkten des Landschafts- und Ortsbildes beurteilt werden. Nach dem EEG sei es möglich, in einem Korridor von 200 Metern entlang von Hauptverkehrswegen auf landwirtschaftlichen Flächen ohne guten Boden sowie auf Deponieflächen Photovoltaikanlagen zu bauen, heißt es im Antrag. Bürgermeister Karl Kolb erklärte, dass sich seit dem Grundsatz- bzw. späteren Änderungsbeschluss keine neuen Ergebnisse und Tatsachen ergeben hätten. Er stellte den von der CSU-Fraktion gewünschten Beschlussvorschlag zur Abstimmung. Dieser wurde mit 9 zu 7 Stimmen abgelehnt.

Neue Windräder?

Bereits im März sprach der Gemeinderat über neue Windräder auf dem Areal der jetzt schon bestehenden Anlage in den Ortsteilen Rottenbach/Tremersdorf. Kolb informierte, dafür sei keine Fortschreibung des Regionalplanes erforderlich. In der Verwaltung hätten mögliche Betreiber schon ihre Projekte vorgestellt. "Am Wichtigsten sind uns dabei die gesellschaftliche Akzeptanz und die Bürgerbeteiligung", ergänzte er. In vier bis sechs Wochen soll es dazu Bürger-Informationen geben. Der Gemeinde wird vom bayerischen Wirtschaftsministerium kostenlos ein "Windkümmerer" zur Seite gestellt, der zusammen mit einem Experten des Landratsamtes bei den Veranstaltungen in Rottenbach und Tremersdorf auf Fragen Antworten geben wird. Und es werde Redebedarf geben. Denn es gebe ein Schreiben von 39 Bürgern, die sich eindeutig gegen neue Windräder aussprechen. Bernd Wick­lein sagte, dass man mit den Bürgern entscheiden müsse. "Damit die Windräder wirtschaftlich arbeiten können, müssten sie laut Betreiber eine Höhe von 250 Metern inklusive Rotor haben", sagte Kolb. Martin Florschütz bat darum, in Gesprächen mit möglichen Betreibern von Anfang an die Meinung der Bürger und des Gemeinderates mit einfließen zu lassen.

Einstimmig votierte der Gemeinderat für einen Antrag der ÜPW-Fraktion. Diese regte an, Spielgeräte für Kleinkinder am Spielplatz an der Paffengasse aufzustellen. Dritter Bürgermeister Hans Rauscher begründete den Antrag damit, dass dieser Platz enorm gut von jungen Familien besucht werde. Die Finanzierung mit einem Höchstbetrag von 8000 Euro soll aus der Petra-Weibelzahl-Stiftung erfolgen. Die Verwaltung wurde mit der Realisierung der Maßnahme beauftragt.

Auf einstimmige Zusage erhält die evangelisch-lutherische Pfarrgemeinde einen Zuschuss über rund 3500 Euro, damit sie einen barrierefreien Zugang zur Trinitatiskirche legen und die Fenster sanieren kann.

Bürger fragten immer nach, wie es mit dem geplanten Baugebiet in Tiefenlauter aussehe, sagte Elke Ros. Karl Kolb informierte, habe man dort bis zu zehn Baurechte vorgesehen, allerdings laufe eine Novellierung des Baugesetzes. Weil damit Erleichterungen bei der Planung verbunden seien, wolle man deren Inkrafttreten abwarten. Laut Gemeindegeschäftsführer Cedric Lindner sei das in vier bis sechs Monaten der Fall. ah