Zu unserem Beitrag "Gebrauchtmöbelverkauf soll weiterlaufen" (BR vom 28. September) erreicht uns folgende Zuschrift:

Der Gebrauchtmöbelverkauf soll weiterlaufen - aber möglichst besser als zuvor! Mit ein bisschen mehr vernünftiger Unterstützung hätte Integra vielleicht bessere Chancen gehabt. Es gibt tatsächlich zahlreiche Städte, wo so etwas super organisiert wird und sehr gut funktioniert.
Viele Kulmbacher fahren nach Bayreuth oder nach Kronach, weil die Läden dort ein größeres Sortiment an Möbeln, Hausrat und Kleidung haben. Es gibt auch dort viele Sachen für die Kinder. Alles ist sauber, sortiert und die Preise ausgezeichnet - wie in einem Laden. Also es geht! Es ist vielleicht Sache der Geschäftsführung oder der Unterstützung der Stadt? Ich weiß es nicht.
Unsere Integra hat sich damit immer sehr schwer getan. Entweder war kein Fahrer da, um die Transporte zu machen - oder das Fahrzeug war kaputt. Oder es gab keinen Schreiner, der die Möbel aufbaute. Die Abholtermine waren so weit, dass verzweifelte Bürger am Ende die Möbel selbst hingebracht haben, um sie vor der Deponie zu retten.
Es war sicherlich falsch, den Laden in die Hände junger Arbeitsloser zu übergeben, die sich fast ausschließlich nur um den Elektroschrott gekümmert haben. Die Chefin war in der Regel nur einen halben Tag im Büro und das nicht alle Tage. Mich wundert es nicht, dass der Laden schließen muss. Es ist aber wirklich schade.
Es gibt in Kulmbach viele Menschen, die es sich nicht leisten können, etwas neu zu kaufen. Darunter sind Alleinerziehende, ältere Menschen und auch junge Familien, die sich aus Überzeugung nicht alles neu anschaffen möchten. Das beste Beispiel war der letzte Stadtflohmarkt. Es ist der Beweis, wie groß die Neugierde auf und der Bedarf an gebrauchten Artikeln ist. Die Stadt war voll und viele
haben eingekauft und dabei Spaß gehabt.
Ein zweites Beispiel ist der berühmte Lions-Flohmarkt, der einmal jährlich im November stattfindet. Ich bin seit 25 Jahren als Aufbauhelferin dabei und sehe jedes Jahr, welch großen Bedarf nach Gebrauchtwaren es gibt. Die riesige Menge an Spenden, die wir jedes Jahr bekommen, sprechen Bände.
Es sind unzählige Transportpaletten voll gutem Hausrat, Kleidung, Spielwaren, Bücher, Kleinmöbel - es gibt nichts was es nicht gibt! Und über den erlösten Umsatz können die Bürger und Lions stolz sein. Jedes Jahr findet eine Umverteilung statt, von denen, die zu viel haben, zu denen, die vielleicht weniger besitzen - und das alles mit einem guten Gefühl im Bauch.
Warum kann es sich nicht unsere Stadt Kulmbach leisten, was andere auch können? Gerade heute, wo die Themen Soziales, Umwelt, Nachhaltigkeit und Wegwerfgesellschaft so eine große Rolle.

Zophia Drahn
Kulmbach