Oberaurach/Ebrach — Der Forstbetrieb Ebrach wehrt sich gegen die Darstellung, dass das Unternehmen den Holzeinschlag im Staatswald des Steigerwaldes überdurchschnittlich betreibe.
Der Betrieb reagiert in einer Stellungnahme auf den Bericht "SPD Oberaurach fordert offenen Dialog" in unserer Zeitung vom Dienstag und betont: Der "Naturschutz hat höchsten Stellenwert bei der Bewirtschaftung des Staatswaldes". Die Oberauracher SPD mache in dem Bericht vom Dienstag über die Diskussion um den besseren Weg für den Steigerwald "Aussagen zur Staatswaldbewirtschaftung im Steigerwald, die nicht zutreffen", rügt der Forstbetrieb.
Es sei falsch, dass der Forstbetrieb "überdurchschnittlich hohen Holzeinschlag" tätige. Dagegen richtig sei, "dass erheblich weniger Holz genutzt wird, als jährlich zuwächst", betont das Unternehmen in seiner Stellungnahme, die Forstbe-triebsleiter Ulrich Mergner unterzeichnet hat. Im Staatswald wachsen laut Forstbetrieb jährlich 140 000 Erntefestmeter nach, von denen 100 000 Erntefestmeter genutzt werden. Davon wiederum würden nur rund 85 000 Erntefestmeter verkauft, der Rest verbleibe als Habitat- und Strukturverbesserung im Wald. Somit werden laut den Angaben aus Ebrach jährlich über 50 000 Festmeter in Biotopbäume, Totholz, Stilllegungsflächen und Aufbau wertvoller Holzvorräte investiert. "Die letzte Waldinventur belegt dies nachweislich", erklärt der Betrieb weiterhin. Danach sei der Holzvorrat "dank der zurückhaltenden Holznutzung in den hiesigen Wäldern von 270 Erntefestmeter pro Hektar auf 306 Erntefestmeter angestiegen".
Laut Forstbetrieb ist weiterhin falsch, dass über "80 Prozent des Holzeinschlags in Großsägewerke außerhalb unserer direkten Wertschöpfungsmöglichkeiten abfließen". Richtig sei, dass nahezu 100 Prozent des Laubstammholzes, 100 Prozent des Brennholzes sowie das gesamte Totholz in der Region bleiben. Ein nicht unerheblicher Teil des Nadelholz lande bei regionalen Sägewerken. Insgesamt beliefere der Forstbetrieb Ebrach über 25 Sägewerke und über 2000 Brennholzkunden in der Region mit Holz.


Mehr Artenvielfalt

Falsch sei auch, fährt der Forstbetrieb fort, dass mit der jüngsten landespolitischen Entscheidung "auch noch jeder kleinste Ansatz für ein Naturschutzkonzept zunichte gemacht würde". Richtig sei, dass es in der langen Geschichte der Waldnutzung im Steigerwald noch nie so viel Naturschutz gegeben habe wie in den letzten zehn Jahren. Mit den sechs großen Naturwaldreservaten und über 200 kleineren Stilllegungsflächen (den sogenannten Trittsteinflächen) finde auf 1200 Hektar keine Holznutzung statt. 150 000 Biotopbäume seien auf der gesamten Wirtschaftswaldfläche verteilt und bildeten das Rückgrat für die Artenvielfalt, heißt es aus Ebrach.
Das Trittsteinkonzept des Forstbetriebs wurde auf Antrag der Freien Wähler mit den Stimmen der CSU am 4. Juni 2014 im Landtag verabschiedet. "Die Bayerischen Staatsforsten setzen dieses innovative und in Fachkreisen viel beachtete Konzept konsequent zum Wohle des Steigerwaldes und der darin vorkommenden Artenvielfalt um", unterstreicht der Betrieb. ks