Erzbischof Ludwig Schick wünscht sich menschenfreundliche, kommunikative und sowohl theologisch wie allgemein gebildete Priester. Sie sollten zuerst geistliche Menschen sein, die "in touch" mit Gott seien im täglichen Gebet und durch die Feier der Sakramente. Priester müssten zudem im Geist der Kirche leben und wirken, so der Erzbischof am Samstag im Bamberger Dom bei der Priesterweihe von Philipp Janek und Florian Sassik.
Die Güte und die Menschenfreundlichkeit Gottes müssten bei jedem Priester zu spüren sein. "Das drückt sich aus in freundlichen Worten, in Geduld, im gütigen wohlwollenden Sprechen und im sympathischen Umgang mit den Menschen", sagte Schick.
"Als Priester und Kirchen dürfen wir heute nicht Däumchen drehen und auf der Stelle treten, auch nicht ständig zählen - wie viele noch? - und lamentieren". "Wir sollen laufen, aktiv sein, uns einsetzen, immer am Ball bleiben für Jesus Christus, das Evangelium und die Menschen." Das sei mit dem Beinamen "Vorläufer" des heiligen Johannes des Täufers gemeint, dessen Fest am 24. Juni begangen wurde. Diakone, Priester und Bischöfe müssen heute "Vorläufer sein, was meint, dass unsere Arbeit, unser Wirken darauf zielt, Jesus die Wege zu bereiten, damit er bei den Menschen ankommt."
Auf die - auch in der Kirche - gestellte Frage: "Wozu wird man heute noch Priester?", antwortete der Erzbischof: "Für Jesus Christus". Das sei immer so gewesen. Daraus ergeben sich die Dienste der Verkündigung, der Sakramentenfeier, der Gespräche und Besuche." Die müssten heute aber anders vollzogen werden. "Wer heute in Deutschland Priester wird, der muss mehr Missionar als Pastor werden wollen. Deutschland ist Missionsland".


Umdenken ist nötig

Das erfordere ein Umdenken. Die missionarische Existenz des Priesters sei aber reizvoll und erfüllend. "Nehmt neues Land unter den Pflug", gab Erzbischof Ludwig Schick den Neugeweihten mit auf den Weg und versprach: "Neue Frucht wird aufgehen." bbk