Wie das Wasser des Flusses sanft plätschernd der Quelle entspringt, so beginnt Smetanas bekannteste Komposition "Die Moldau". So wie der Komponist lautmalerisch den Fluss und das Leben an seinen Ufern beschreibt, so haben die Pädagoginnen Sabrina Donndorf und Christine Feyler das Werk Smetanas genutzt, um fächerübergreifend nicht nur musikalische Grundlagen, wie die verschiedenen Instrumente, sondern auch Wissen über Erdkunde (die Landschaften und Städte, die der Fluss passiert), Biologie (Tiere am und im Wasser), Physik und Chemie (Eigenschaften von Wasser, Stromerzeugung) zu vermitteln. Mit der Ausarbeitung dieser ganzheitlichen Unterrichtseinheit haben die beiden Pädagoginnen den ersten Diplomkurs am Montessori-Bildungszentrum Mitwitz erfolgreich abgeschlossen. Mit dem Bildungszentrum bietet die Montessori-Schule Mitwitz nicht nur Pädagogen, sondern allen Interessierten die Möglichkeit, sich intensiv mit der Montessori-Pädagogik auseinanderzusetzen. Inhalte und Kursaufbau orientieren sich an nationalen und internationalen Standards und wurden zusammen mit dem Montessori-Landesverband entwickelt, betont Kursleiterin Ingeborg Müller-Hohagen. Als "historischen Moment" bezeichnete sie den Abschluss des ersten Kurses für Primar- und Sekundarstufe mit Überreichung der Diplome. Den Teilnehmern bestätigte sie ein hohes pädagogisches Niveau.


"Die Stärke der Erziehung"

Beeindruckt von den Ergebnissen der Absolventen zeigten sich auch Schulleiter Mathias Schmitt, Geschäftsführerin Gudrun Jersch-Bittermann, Zweiter Bürgermeister Jürgen Kern und Vertreter der Bamberger Montessori-Schule.
Obwohl Maria Montessori bereits 1952 gestorben ist, sei ihre "Revolution in der Erziehung" aktueller denn je, wie moderne Hirnforscher (Gerald Hüther, Manfred Spitzer oder André Zimpel) herausgefunden haben. "Nur das kann wirklich nachhaltig gelernt werden, was Kinder sich selbst erarbeitet und erfahren haben", fasste sie die Essenz der Montessori-Pädagogik zusammen. Diese ganzheitliche Erziehungsmethode sei ideal, um Kinder fit für die Zukunft zu machen. Indem sie stark gemacht und ihnen Werte vorgelebt werden, seien sie gerüstet für Zeiten, in denen Intoleranz und Hass überhand nehmen, meinte Müller-Hohagen mit Blick auf die Präsidentenwahl in den USA. "Konflikte zu bewältigen ist die Aufgabe der Politik, den Frieden in die Welt zu bringen, die Stärke der Erziehung", zitierte sie Maria Montessori.
So habe der zweijährige Kurs neben den Grundlagen der Montessori-Pädagogik vor allem deren Bezug zur Gegenwart, den Einsatz von pädagogischem Material und die Entwicklung von Unterrichtseinheiten in der abschließenden Vertiefungsarbeit vermittelt. Unter den 21 Teilnehmern waren nicht nur Pädagogen, sondern auch zwei Mütter von Schülern. "Ich wollte ursprünglich vor allem meinen Sohn mehr unterstützen, jetzt will ich selbst in der Montessori-Pädagogik arbeiten", beschreibt Elisabeth Kurz ihre Motivation. Der Kurs habe ihr viel gegeben, und sie wolle das Gelernte in ihrem Studium der Sozialpädagogik einbringen.
Der nächste Diplom-Ausbildungskurs für Primar- und Sekundarstufe (sechs bis 18 Jahre) am Montessori-Bildungszentrum Mitwitz beginnt im Januar. Anmeldung bis Dezember über www.montessoribayern.de. Infos: www.montessori-mitwitz.de. red