Mit einem kuriosen 9:7-Erfolg beim TSV Schwabhausen haben die Tischtennis-Herren der SpVgg Effeltrich ihre Saison in der Regionalliga-Süd mit dem Gewinn der Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die 3. Bundesliga gekrönt.

TSV Schabhausen -
SpVgg Effeltrich 7:9
War das SpVgg-Team im bisherigen Saisonverlauf von Krankheiten und Verletzungen verschont beblieben, traf es die Mannen um Spielführer Tobias Ehret nun knüppeldick. Nach den kurzfristigen Ausfällen von Marco Büttner und Alexander Rattassep verletzte sich auch der Slowake Martin Jaslovsky im Abschlusstraining am Rücken. Schwer gehandicapt versuchte er, im Doppel und ersten Einzel seiner Mannschaft zu helfen, ehe er vor den zu großen Schmerzen kapitulierte und seine zweite Begegnung kampflos aufgab.
"Wir haben vor der Saison eine Rotation vereinbart. Da ich diesmal pausieren sollte, hatte ich bereits für eine Familienfeier zugesagt", erklärte Rattassep, der nicht mehr für den erkrankten Büttner einspringen konnte. Doch Effeltrich hatte Glück: Da ein Akteur nicht häufiger als vier Mal aussetzen darf, boten die Gastgeber aus taktischen Gründen ihren langzeitverletzten Spielertrainer Alexander Yahmed (Achillessehnenriss) auf, so dass gleich vier Partien nicht ausgetragen wurden.
Neben dem kampflosen Zähler von Zaus/Ehret sorgten Martin Guman und Khaleel Asgarali mit ihrem 3:1 über Schwalm/Shoneye für die 2:1-Gästeführung. Die an diesem Abend stärksten Effeltricher, Guman und Tobias Ehret, schraubten den Vorsprung auf 5:2, wobei Letzterer gegen Calint Covaciu eine beeindruckende Vorstellung lieferte. Wie erwartet, wurden die TSV-Akteure Vojtech Klimek und George Tunde Shoneye im hinteren Paarkreuz ihrer Favoritenrolle gerecht und verkürzten auf 4:5.
Neben den beiden kampflosen Spielen transportierten Guman auf der einen und Covaciu auf der anderen Seite die knappe Führung bis zum 7:6 in die zweite Einzelrunde des hinteren Paarkreuzes. Hier überraschte Asgarali mit seiner vielleicht besten Saisonleistung und schickte den verdutzten Tschechen Klimek mit 11:7, 11:6 und 11:7 vom Tisch. Da Heiko Mill auch in seiner zweiten Partie trotz ordentlichen Spiels mit 1:3 den Kürzeren zog, musste das Schlussdoppel entscheiden.
Die neu formierte Effeltricher Kombination Marius Zaus/Ehret ließ sich auch vom Verlust des ersten Durchgangs gegen Sfiligoj/Klimek nicht beeindrucken und löste das Ticket für die 3. Bundesliga-Süd mit drei Satzgewinnen in Folge. Mit zwei Heimspielen an den letzten beiden April-Wochenenden kann sich das erfolgreiche Team von seinen treuen Anhängern und zumindest für ein Jahr von der Regionalliga verabschieden.


Sind über uns hinausgewachsen

"Am Tag nach dem letzten Heimspiel wird gefeiert", sagt Rattassep, der per WhatsApp über den Spielstand auf dem Laufenden war. Den überraschenden Erfolg erklärt sich der 24-Jährige so: "Da wir eine sehr junge Mannschaft sind, wurden wir anfangs unterschätzt. Einige von uns sind über sich hinausgewachsen und wenn der Stein erstmal ins Rollen kommt..." Zudem habe die Nummer 1 der SpVgg, Jaslovsky, häufiger spielen können als gedacht und kein Schützling von Trainer Jürgen Weninger habe sich eine längere Schwächephase geleistet. jw/rup