Lichtenfels — Die Personaldecke ist dünn bei den Bayernliga-Ringern des AC Lichtenfels. Beim Kampf in Oberölsbach fiel mit Tobias Schütz bereits der vierte Stammringer aus, fast die halbe Mannschaft also. Dennoch gelang den Lichtenfelsern ein 20:16-Sieg. ACL-Coach Ali Hadidi und Mannschaftsführer Heiko Scherer entschieden erst kurz vor dem Abwiegen, Daniel Luptowicz im Freistil aufzubieten - ein Schachzug, der sich letztlich als goldrichtig erwies, der aber, wie Heiko Scherer zugab, "auch komplett hätte schiefgehen können".


Kampf dauert nur 24 Minuten

Es wird nicht viele Mannschaftskämpfe geben, die so schnell über die Bühne gehen wie der zwischen dem SCO und dem ACL. Sechs Schultersiege, dazu zwei technisch überlegene Gewinner in der ersten Runde. Wenn ansonsten die Gesamtkampfdauer der zehn Duelle meist so um die vierzig Minuten liegt, war diesmal mit nur 24 Minuten eher "Kurzarbeit" angesagt. Da sich die Sieger jedoch mit 4:4 die Waage hielten, blieb es bis zum Schluss spannend.
Der Start verlief mit zwei blitzschnellen Schultersiegen der beiden ungeschlagenen Oberölsbacher Topleute Nikolay Dobrev (57 kg, Freistil, gegen Mario Petrov) und Tobias Nendel (130 kg, Greco, gegen Sebastian Reuther). Auf der Gegenseite fackelten auch die ACler Venelin Venkov (61 kg, Greco) und Krum Chuchurov (66 kg, Freistil) nicht lange und legten Christian Gregor und Martin Kölbl in der ersten beziehungsweise zweiten Minute schon aufs Kreuz.
Christoph Meixner (98 kg, Freistil) erarbeitete sich gegen Patrik Fanderl einen 6:1-Punktsieg und damit ein wertvolles Mannschaftsresultat. Bei einer 10:8-Pausenführung für den ACL zeichnete sich bereits ab, dass nach den beiden schnellen Siegen für die Gastgeber in der 86-Kilo-Klasse durch Serdar Biyicoglu (gegen Michael Schwarz) sowie für die Gäste in der 66-Kilo-Kategorie durch Rumen Savchev (gegen Daniel Sittel) wohl das Duell von Daniel Luptowicz (86 kg, Freistil) gegen Matthias Stich den Kampf entscheiden würde. Und mit all seiner Routine ging "Lupo" Anfang der zweiten Runde bereits mit 12:3 in Front, ehe ihm sogar noch ein Schultersieg glückte.
So war die Ausgangssituation für Johannes Lurz (75 kg, Freistil) beim Stand von 12:18 und noch zwei ausstehenden Duellen komfortabel. Mit einem klaren 4:0-Punktsieg zerstreute er letzte Zweifel, sodass die beschließende Schulterniederlage von Dominik Sohn (75 kg, Greco) gegen Marian Mihai nicht mehr ins Gewicht fiel. cv