Mit einem Gottesdienst und einem anschließenden Freiluftfest feierte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde gemeinsam mit der deutsch-türkischen Hauskreisgemeinde Erntedank. Wie die evangelische Pfarrei berichtet, versammelten sich dafür Gläubige im Kirchgarten um die Auferstehungskirche.

Beim Heiligen Abendmahl gab es einen kleinen Schauer. Das Schlusslied des Kirchenchors "Der Regen, der aus Wolken fällt" passte dazu. Auch Flüchtlingsfamilien waren gekommen. Diese unterstützt die Kirchen- und die Hauskreisgemeinde beim Deutsch lernen: Münnerstädter Lehrerinnen und Lehrer im Ruhestand geben in den Sälen der Auferstehungskirche wöchentlich Unterricht.

Das Predigtwort aus Galater sechs war von Paulus an die christlichen Gemeinden in Zentralanatolien gerichtet. Pfarrer Hild erinnerte an die sanftmütige und demütige Gemeinschaft in Christus. Er dankte, dass Gottes Hilfe die Wiedervereinigung ermöglicht habe und in dessen Folge die Russland-Deutschen zurückkehrten. Jede Generation sei neu gefordert, den Glauben an Jesus Christus auf ihre Weise einerseits anzunehmen, andererseits in ihre Zeit neu zu gestalten. Die Mithilfe der zahlreichen Konfirmandinnen und Konfirmanden war ihm dafür ein gutes Zeichen.

Gemeindeleiter Duran Yildiz verstärkte den versöhnenden Gemeinschaftsgedanken mit dem Wort Jesu an die Ehebrecherin: Jesus verurteilte sie nicht, sondern forderte sie auf, von nun an nicht mehr zu sündigen, nachdem alle, die auf sie Steine werfen wollten, erkennen mussten, dass sie selbst Sünder waren.

Yildiz veranschaulichte seine Rede durch eine Art Gleichnis mit zwei Schalen: Eine Schale voll harter schwerer Steine und eine leere Schale. Die volle Schale stand dafür, wie Menschen übereinander urteilen. In Gehorsam gegen Gott hörten sie damit auf. Ein Beispiel sei die Gemeinschaft in Christus zwischen Landeskirchengemeinde und Hauskreisgemeinde. Dadurch, dass sie nicht mehr übereinander urteilten, wurden sie fähig, Unterschiede auszuhalten und größere Früchte zu Gottes Ehre zu bringen. Dafür stand die leere Schale.

Abschließend fand ein Gemeindefest statt, bei dem auch ein Posaunenchor spielte. Der Erlös aus dem Überschuss der Spenden über die Unkosten fließt in die christliche Mission in der Türkei. red