E rnte"dank" - Ernte"sorge": Es soll Kinder geben, die zwischen einer Kuh auf der Weide und einem Tetrapak Milch auf dem Frühstückstisch keine Verbindung herstellen können, noch viel weniger zwischen dem panierten Schnitzel und dem niedlichen Ferkel im Fernsehen. Ein Wunder ist das nicht: Die Sterilität, mit der uns vor allem tierische Lebensmittel heute dargeboten werden, verschleiert die Bedingungen, unter denen sie produziert werden; das gilt vor allem für die Berge von Fleisch, die in unseren Breiten traditionell verzehrt werden. Dabei ist das, was zum Verkauf kommt, ja eh nur das "Beste". Dass ein Schwein aus weit mehr besteht als einem Schäuferla und ein Rind aus mehr als einem Ossobucco oder einem Tafelspitz und dass all das sozusagen "umsonst" gelebt hat (versuchen Sie mal, an einen Ochsenschwanz für eine Suppe zu kommen), all das wird sich auf den Erntedankaltären unserer Kirchen nicht finden.