Der Gemeinderat Ermershausen sprach sich für eine Beteiligung der Gemeinde am Burgenwinkel-Express aus. Und: Der Rechenschaftsbericht für 2019 fällt positiv aus - Ermershausen ist schuldenfrei.

Der Burgenwinkel-Express ist eine Buslinie, die ab dem kommenden Jahr Touristen und Einheimischen die touristischen Highlights des nördlichen Landkreises näherbringen soll. Er soll vom 1. Mai bis 1. November zwischen Haßfurt und Ebern an Sonn- und Feiertagen pendeln und dabei an mehreren Haltestellen Halt machen.

Am Dienstag rückte die Verwirklichung des Projekts ein Stück näher, denn der Gemeinderat entschied sich mit einer Gegenstimme dafür, sich daran vorerst für drei Jahre zu beteiligen. Mit Haßfurt, Ebern, Hofheim, Königsberg, Burgpreppach, Maroldsweisach und Ermershausen sollen sieben Kommunen mitmachen. Jede der Kommunen bezahlt maximal 3000 Euro pro Jahr. Kalkuliert wird mit Kosten von 830 Euro pro gefahrenem Tag. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund 27 000 Euro pro Jahr. Ein Drittel der Kosten trägt der Landkreis, zwei Drittel teilen sich die beteiligten Kommunen.

Bürgermeister Günter Pfeiffer sagte, dass die ursprünglich veranschlagten 6000 Euro pro Kommune zu teuer seien. Der Betrag von 3000 Euro sei "eine gute Sache".

Dass die Gemeinde im Jahr 2019 gut gewirtschaftet hat, bescheinigte der Rechenschaftsbericht. Demnach wurde im Verwaltungshaushalt im Haushaltsjahr 2019 ein Überschuss in Höhe von 103 079 Euro erwirtschaftet. Nach dem Haushaltsjahr 2019 war eine Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt in Höhe von 2713 Euro vorgesehen. Es wurden somit 100 366 Euro nach dem Ergebnis der Jahresrechnung mehr vom Verwaltungs- dem Vermögenshaushalt zugeführt.

Überschuss

Im Vermögenshaushalt 2019 entstand ein Überschuss in Höhe von 1 157 113 Euro. Dieser Überschuss wird im Haushaltsjahr 2020 der allgemeinen Rücklage zugeführt und steht somit für Investitionen künftiger Jahre zur Verfügung.

Die größten Investitionen im Vermögenshaushalt 2019 waren der Kauf eines Feuerwehrfahrzeugs mit 67 460 Euro, der Rückerwerb der ehemaligen Schule in Ermershausen mit 32 000 Euro, der Erwerb von Grundstücken in Höhe von 31 321 Euro, die Platzgestaltung mit 15 250 Euro und die Gestaltung des Sinnespfades mit 12 521 Euro. Die allgemeine Rücklage betrug zum Jahresende 2019 insgesamt 1 146 900 Euro. Die Gemeinde war auch im Jahr 2019 schuldenfrei.

Frischgebackene Eltern erhielten bislang einen Gutschein für einen zweimonatigen kostenlosen Kindergartenaufenthalt. Dies soll sich nun ändern. Künftig sollen die Neugeborenen ein "Kuschelbärchen-Schnuffeltuch" mit der Aufschrift "Ich bin ein Ermershäuser" erhalten sowie einen 30-Euro-Gutschein der ortsansässigen Bäckerei.

Einstimmig beschloss das Gremium eine Erhöhung der Grundstückspreise im Neubaugebiet "Belzig". Die Preise für unerschlossenes Bauland steigen ab 2021 von 11,20 pro Quadratmeter auf 13 Euro. Erschlossen kostet der Quadratmeter ab dem kommenden Jahr 33 Euro, was immer noch sehr günstig sei, meinte Bürgermeister Pfeiffer.

Folgende Informationen erhielt der Gemeinderat: Die Bürgerversammlung fällt in diesem Jahr coronabedingt aus. Sie soll im Frühjahr 2021 nachgeholt werden.

Die Verabschiedung von zwei ausgeschiedenen Gemeinderäten soll im Frühjahr stattfinden.

Die Planung zum Bau eines Mobilfunkmasts der Telekom sei in der "finalen Phase", sagte Pfeiffer.

Die Bewohner der Rapsgasse forderte der Bürgermeister auf, vernünftig zu parken. Das Aufstellen von Halteverbotsschildern sei nicht geplant, sagte er.