Der Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss des Erlanger Stadtrats hat Leitlinien begutachtet, auf deren Grundlage unter Beteiligung der Bürgerschaft ein Gewerbeflächenkonzept für Erlangen erarbeitet werden soll.
Gewerbeflächen sind in Erlangen Mangelware, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Inzwischen seien nur noch zwei städtische Gewerbegrundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 12 000 Quadratmetern verfügbar, für die es bereits Kaufinteressenten gebe. "Der Mangel an Gewerbeflächen hat bereits wiederholt dazu geführt, dass Firmen ins Umland abgewandert sind", erläuterte Wirtschaftsreferent Konrad Beugel dem Ausschuss. Betroffen seien insbesondere mittelständische Gewerbeunternehmen, aber auch innovative Firmenneugründungen.
"Die Verwaltung hat ermittelt, dass Erlangen einen Bedarf an über 60 Hektar zusätzlichen Gewerbeflächen hat. Mit den mittelfristig aktivierbaren Baulücken und Reserveflächen könnte dieser Bedarf maximal zur Hälfte gedeckt werden", so Beugel weiter. Die dem Stadtrat vorgelegten Leitlinien sehen vor, bestehende Gewerbegebiete weiter zu verdichten und Konzepte zur besseren Nutzung von bislang ebenerdigen Parkflächen zu erstellen. Um den Bedarf an Gewerbeflächen zu decken, soll entlang der Leitlinien auch die Planung neuer Gewerbeflächen vorangetrieben werden. "Es geht nicht um die Entwicklung von Gebieten für emmissionsintensives produzierendes Gewerbe oder für klassisches Logistikgewerbe mit großem Flächenverbrauch und wenigen Arbeitsplätzen", so Wirtschaftsreferent Beugel. Bedarf bestehe vielmehr für mittelständische Handwerksbetriebe sowie für Wissenschafts-, Technologie- und Bürostandorte.


Flächenverbrauch minimieren

Die notwendige Schaffung von neuen Gewerbeflächen solle zudem mit ökologischen Belangen in Einklang gebracht werden. Dazu gehören eine Minderung des Flächenverbrauchs, der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie die Stärkung von nachhaltigen Formen der Energieversorgung.
"Erlangen bietet eine einzigartige Verbindung von Lebensqualität, hochqualifizierten Arbeitsplätzen, von Forschung, Wissenschaft, High-Tech-Unternehmen und einem leistungsfähigen Handwerk. Eine nachhaltige Entwicklung von Gewerbeflächen ist der Garant dafür, dass das so bleibt", sagte Oberbürgermeister Florian Janik (SPD). Nicht zuletzt sei die Gewerbesteuer auch eine wichtige Basis für städtische Leistungen und Investitionen. Im Vergleich zu anderen Kommunen sei das Gewerbesteueraufkommen pro Kopf in Erlangen unterdurchschnittlich und unterliege zudem starken Schwankungen. red