Der bevorstehende 80. Geburtstag (siehe hierzu auch Seite 12) rief bei Richard Seuß - einem gebürtigen Hohenberger - vor geraumer Zeit auch Erinnerungen an seine Jugendzeit wach. Je näher die Feier kam, umso mehr dachte er zurück.

Als Heimatforscher endete dieser Rückblick aber nicht vor 80 Jahren. Schnell war er aufgrund einiger Erinnerungen wie zum Beispiel an die Frage, warum die Gaststätte, in der er einst heiratete, die "Katz" hieß, im 13. Jahrhundert angekommen.

Gegen das Unwissen

"Wenn ich schon darüber nachdenken muss, wie sollen das dann künftige Generationen wissen?", fragte sich Seuß. Um gegen das Unwissen etwas zu unternehmen, entschied er sich , Wissenswertes aus seiner ehemaligen Heimat im Frankenwald in ein kleines Buch zu fassen. Auf etwas mehr als 50 Seiten bietet er so einen Rückblick auf all die Vielfalt aus Landschaft, Geschichte, Brauchtum, Mundart, Natur und Kultur.

Natürlich kommen dabei auch "Geschichtla", wie man sie von Richard kennt, nicht zu kurz. So die Erzählung vom erschossenen Hirschen im Kriegswald und mit der Frage, was dieser mit dem Wüstenselbitzer Schützenfest zu tun hatte.

Die Geschichte zeigt Seuß, wie wichtig es in den grauen Vorzeiten war, Grenzen genau zu kennen. Besonders Hoheitsgrenzen, die darüber entscheiden, wem ein Hirsch gehört, der im Guttenbergischen geschossen wurde und im Fürstlich Brandenburgerischen zum Liegen kam.

Er erinnert an die raue Fichte als Grenzpunkt bei Hohenberg oder das Brander Grenz-Bächlein. Auch mit den Deutungen der Ortsnamen von Rappetenreuth, Walberngrün und Motzenhof beschäftigt er sich in seinem Buch.

Selbstverständlich kommen bei einem Naturfreund auch die Blumen der Moor- und Magerwiesen und die gefährdeten Vogelarten nicht zu kurz.

Ein für Heimatfreunde sicher lesenswertes Büchlein. Erschienen ist es im Christine-Faust- Verlag Stammbach. op