In der Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen fand zugunsten des erweiterten Geläuts ein Konzert statt. "Dass kurz vor Weihnachten noch so viele Leute zu diesem Konzert in die Basilika kommen, finde ich schön. Es zeigt, dass es noch etwas anderes gibt, als bis zuletzt vor Weihnachten herumzuhetzen. Ich wünsche, dass die Musik unsere Herzen anhört und uns auf Weihnachten vorbereitet", sagte Pater Heribert Arens, der Guardian des Franziskanerklosters, in der Begrüßung.

Es folgte nun eine besinnliche Stunde als Einstimmung auf das Weihnachtsfest, wie man sie nicht oft erlebt. Schon die Atmosphäre brachte die etwa 300 Besucher in eine schöne Adventsstimmung.

Der Gesangverein Roth unter der Leitung von Brigitte Wolf verzauberte mit Adventsliedern sowie besinnlichen Texten, vorgetragen von Doris Pöhner und Martina Musmann-Jäger, die von einem Weihnachtsfest ohne Stress träumen ließen.

Mit den dargebotenen Liedern trafen die 21 Sänger genau die richtige Auswahl.

Licht und Dunkelheit

Zu Beginn wurde der Wunsch nach einer besseren Welt mit "Ein Licht für den Frieden" vertieft. Einen erwärmenden Text bot der Chorsatz "Menschen tragen Licht ins Dunkel" von Lorenz Maierhofer. In dem von ruhigen Tönen getragenen Lied wurde mit einem Crescendo, das sich zu einem fulminanten Klang ausweitete, die Sehnsucht nach dem Brechen der Dunkelheit vermittelt.

Nach "Weihnachten in den Bergen" folgte "Das schönste Geschenk" von Manfred Bühler. "Es kommt ein Schiff geladen", ein adventlicher Choral, der zu den ältesten deutschsprachigen geistlichen Gesängen gehört, setzte das Programm fort.

"Die stillste Zeit" besang der Rother Chor im Anschluss. Getragen von tönenden Bassstimmen wurde das Lied in schönen Melodienbögen eingebettet.

Schlichte Tongebung

Etwas weihnachtlicher ging es bei "Ihr Hirten erwacht" zu, bei dem der Chor sein schönes Klangvolumen zur Geltung brachte. Schon bei diesem Mittelteil des Konzertes wurde dem Musikliebhaber klar, dass der Chor schlichte und teils einfache Tongebungen wunderbar umzusetzen versteht. Hierzu hatte die Chorleiterin hervorragende Arbeit mit den Sängern geleistet.

Brigitte Wolf, Ernst Mahr, Georg Helm, Georg Beuschel und Stefan Mahr trugen die "Herbergssuche" von August Hartmann (1846-1917) mit der Melodie nach H. Abele vor. Dabei machten sich Brigitte Wolf (als Maria) und Ernst Mahr (als Josef) musikalisch auf die Suche nach einer Herberge. Das Lied beschrieb das fehlende Mitgefühl mit Fremden.

Eines der populärsten Lieder

Eines der bekanntesten Adventslieder ist sicherlich "Maria durch ein' Dornwald ging", das dann folgte. In den Jahren der NS-Herrschaft trat die Rezeption merklich zurück; umso mehr setzte sich das Lied nach 1945 allgemein durch und wurde eines der populärsten Weihnachtslieder. Als solches wird es inzwischen auch international rezipiert.

Das neue "hitverdächtige" Chorlied zum Advent "Im Dunkel naht die Weihnacht" von Lorenz Maierhofer ist berührend, volksliedhaft und modern zugleich. Es führt Singende und Zuhörer mit Nachdenklichkeit und doch hoffnungsfroh auf stille Pfade der Zuversicht.

Der kleine Trommeljunge

Mit dem Chorsatz "Licht in der Nacht"" unterstrichen die Aktiven ihr Können. "Der kleine Trommeljunge" von Manfred Bühler und Ingeborg Bürklen durfte nicht fehlen.

Nach "Auf, auf, ihr lieben Schäfer" ging es mit dem chilenischen Lied "Senora Dona Maria" weiter. Ein Klangerlebnis war hierbei die solistische Einleitung der Chorleiterin Brigitte Wolf sowie der ganze Chorsatz.

Einen echten Bezug zur Christrose hatte die Vertonung des Weihnachtsliedes "Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit" von Robert Stolz (1880-1975).

Eine gewisse Lockerheit bot zum Schluss das in fränkischer Mundart dargebrachte Vorweihnachtliche Lied "Etz is nimma weit" von Manfred Meier aus Erlangen.

"Mutiges Krippenspiel"

Pater Heribert sprach dem Gesangverein Roth ein dickes Kompliment für das ergreifende Konzert mit dem mutigen Krippenspiel aus.

Mit großem Applaus dankten die Zuhörer den Sängern abschließend für dieses besondere Konzerterlebnis und nach dem gemeinsamen Lied "Macht hoch die Tür" verließen alle die Basilika.