Waltraud Enkert Höchstadt — In der freien Natur galt der Spix-Ara als ausgestorben. Das soll sich jetzt ändern. Am Dienstag startete in Brasilien ein Auswilderungsprogramm, bei dem zunächst 49 in Berlin und drei in Belgien gezüchtete Papageien auf ihr Leben in Freiheit vorbereitet werden.

Der Spix-Ara ist nach seinem Entdecker Johann Baptist Spix benannt, dem berühmtesten Sohn der Stadt Höchstadt. Spix hat den Vogel 1819 auf seiner Brasilienreise in Caatinga im Osten des Landes entdeckt, beschrieben, zeichnen lassen und veröffentlicht. Noch heute ist dieses Belegexemplar in der zoologischen Staatssammlung in München vorhanden, teilt Herbert Fiederling, Vorsitzender des Höchstadter Spix-Vereins mit.

Nur wenige Vögel hatten überlebt

Es war kein leichtes Unterfangen, Nachkommen zu züchten, da nur sehr wenige Tiere überlebt hatten. Mehrere Organisationen schlossen sich zusammen. So gelang es, die Zahl der Papageien von 53 im Jahr 2000 auf heute 180 zu erhöhen. Die ersten davon werden jetzt in ihrer ursprünglichen Heimat ausgesiedelt. Für die erfolgreiche Zucht wurden im Jahr 2018 alle Papageien bei ACTP (Association for the Conservation of Threatend Parrots), ein eingetragener gemeinnütziger Verein in Berlin, zusammengeführt. Experten gelang es, im Laufe der letzten Jahre eine kritische Zahl von Tieren zu züchten, heißt es auf der Internet-Seite von ACTP.

Für die Auswilderung sind mit den Vögeln ein Team von Tierärzten, Tierpflegern, Biologen, Mitgliedern der brasilianischen Regierung und Kamaraleute nach Brasilien in das große Zucht- und Auswilderungsgehege bei Curaca im Bundesstaat Bahia geflogen.

Im nächsten Jahr sollen die ersten Spix-Aras in die freie Wildbahn entlassen werden.