VON Stefan sauer

Schweinfurt — Die Nichte des 45-jährigen Angeklagten hat am Morgen nach dem mutmaßlichen Vorfall zwei Hausbewohnerinnen gesagt, ihr Onkel habe ihre Freundin und Lebenspartnerin in der Nacht vergewaltigt. Das sagten die Zeuginnen am zweiten Verhandlungstag des Prozesses gegen den 45-jährigen Maschinenbauer aus, der - wie berichtet - die 19-Jährige in der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember letzten Jahres mit einem Küchenmesser bedroht und brutal vergewaltigt haben soll.
Das Verbrechen soll sich in einer Kleinstadt in der Rhön im Apartment einer Unterkunft ereignet haben, in der mehrere Parteien leben. In der Nacht selbst hat in dem angeblich recht hellhörigen Haus niemand Schreie oder Hilferufe gehört. Morgens dann, in der Küche im zweiten Stock, habe die am Vortag zusammen mit ihrer Partnerin angereiste 24-jährige Nichte unter Tränen und teils mit Handgesten erzählt, ihre im Essraum sitzende Freundin sei vom Onkel missbraucht worden. Eine der Zeuginnen glaubte das nicht, weil sie es dem Angeklagten nicht zutraut.
Die Verlobte des Angeklagten sagte, sie habe nur mitbekommen, dass dieser am fraglichen Abend viel getrunken haben müsse, als sie ihn gegen Mittag in seinem Zimmer mit den Worten "Wer saufen kann, kann auch aufstehen" geweckt habe. Jede Menge Alkoholflaschen hätten für sich gesprochen.


"Nichts gesagt"

Von der angeblichen Vergewaltigung hätten ihr die Nichte und deren Freundin nichts gesagt. Ihrer Wahrnehmung nach seien sie "gut drauf" gewesen und hätten miteinander gelacht, so die Verlobte des 45-Jährigen.
Einen Überblick über Stand und Verlauf der Ermittlungen gab am Nachmittag dieses zweiten Verhandlungstages der Sachbearbeiter der Polizei. Laut Anklage soll der 45-Jährige die 19-Jährige mit einem Messer zum Sex gezwungen haben.
Am Donnerstag, 1. Oktober, um 10  Uhr, wird der Prozess fortgesetzt.
Dann sollen das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer sowie ihre Partnerin, die 24-jährige Nichte des Angeklagten, vernommen werden.