Eine Halbtagesfahrt führte den Seniorenclub Burgpreppach unter Leitung des Seniorenbeauftragten im Markt Burgpreppach, Reinhold Klein, zunächst nach Coburg zu einer Stadtrundfahrt samt Besuch der Veste. Reinhold Klein stellte die Nähe der Region zur ehemaligen innerdeutschen Grenze heraus. "Hier war man immer "ganz nah dran", wenn es um die Spannung und den möglichen Kriegsfall zwischen den großen Machtblöcken ging", berichtete er. Hier erlebte man Schicksale, welche die Menschen durch den Unrechtsstaat DDR erlitten haben, hautnah.
In zwei Beispielen wurde das deutlich dargestellt. Zunächst das Grenzdorf Billmuthausen, das seit dem Jahr 1977 nicht mehr existiert. Es wurde komplett geräumt und dem Erdboden gleich gemacht. Das Dorf war in den Augen der damaligen Regierung störend und alle Bürger in dem engsten Grenzbezirk mussten weichen. Zurück blieb ein "geschleiftes Dorf", von dem heute nurmehr wenige Spuren zu finden sind..
Heute hat sich dieser Geschichte ein Verein angenommen und stellt Bilder und Informationstafeln bereit. Ein Gedenkstein an dem Standort der ehemaligen Kirche und ein wieder beigebrachter Mühlenstein markieren den Ort.


"Aktion Ungeziefer"

Weiter ging es nach Ummerstadt. Klein erzählte von Geschehnissen aus dem Jahr 1952, als eine durch Moskau angeordnete "Säuberung" nichtlinientreue Bürger aus der sehr grenznahen Kleinstadt entfernen sollte. Man nannte diese Zwangsaussiedlung "Aktion Ungeziefer".
28 Bürger wurden ohne Vorankündigung in andere Regionen der DDR umgesiedelt. Beeindruckt von diesen Beispielen fuhren die Ausflügler entlang des einstigen "Todesstreifens" zurück nach Franken.
Bei einer Einkehr nutzte Reinhold Klein die Gelegenheit, Pater Alois Gassner aus dem Kreis der Senioren zu verabschieden. Der Salesianer verlässt die Haßberge im September. red