Seit über 50 Jahren, also weit mehr als die Hälfte seines Lebens, spielt Harald Matthes, der ehemalige Musiklehrer des Höchstadter Gymnasiums, die Orgel in der Stadtpfarrkirche St. Georg. Am heutigen Samstag wird er 85 Jahre alt.

Von Forchheim her kam der gebürtige Wurzener und in Leipzig aufgewachsene Matthes an das Höchstadter Gymnasium, wo er Mitte der 60er Jahre neben dem Musikunterricht Chöre und Orchester ins Leben rief und später zusammen mit Klaus Dieter Stolper über Jahrzehnte hinweg das musikalische Leben der Schule prägte. Viele musikalische Talente genossen bei Matthes Musikunterricht, so zum Beispiel der Leiter des Höchstadter Kammerorchesters, Rüdiger Kaufmann, oder die Musiklehrer am Gymnasium, Ariane Ranger und Georg Schlee.

Neben seinem schulischen Engagement stellte Matthes sein Können als Chorleiter in Herzogenaurach, Weisendorf und Höchstadt zur Verfügung. In Höchstadt brachte es Matthes bis zur Aufführung der großen As-Dur Messe von Franz Schubert, die er mit dem Liederkranz und dem Erlanger Herz-Jesu-Kammerorchester einstudierte. Noch heute spielt der Jubilar in diesem Orchester als Violinist mit. Zusammen mit verschiedenen Gesangs- oder Instrumentalsolisten oder mit Höchstadts Stadtkapelle tritt Matthes regelmäßig in Gottesdiensten oder Konzerten auf.

Sozial engagiert

Dekan Kilian Kemmer würdigt in einer Pressemitteilung vor allem auch für das vielfache soziale Engagement von Matthes als Promotor der Treffen ehemaliger Kollegen des Gymnasiums wie auch bei der Betreuung kranker und hilfsbedürftiger Menschen. Matthes erfülle seinen Einsatz an der großen Weise Orgel der Stadtpfarrkirche absolut ehrenamtlich und verbiete sich jede Art von Vergütung. Durchschnittlich dreimal pro Woche sitzt der rüstige Organist an der "Königin der Instrumente". Darüber hinaus spielt er nahezu alle der 50 bis 60 Trauergottesdienste während eines Jahres.

Eine selbstverständliche Pflicht für Matthes ist der musikalische Dienst im Seniorenzentrum St. Anna, wo er den allwöchentlichen Gottesdienst begleitet und so den Bewohnern einen feierlichen Rahmen innerhalb der Messe ermöglicht. Dekan Kemmer drückt in seinem Glückwunsch die Hoffnung aus, dass "das Energiebündel Matthes" noch lange zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen am Spieltisch sitzen kann. red