Wer seine Küchen- und Speiseabfälle nicht selbst kompostieren und einer höherwertigen Verwertung als über die Restmülltonne zuführen möchte, kann diese künftig kostenlos an allen acht Wertstoffhöfen des Landkreises zu den bekannten Öffnungszeiten abgeben. Start ist am 1. April.
Das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz sieht vor, dass Bioabfälle getrennt zu sammeln und zu erfassen sind. Im Landkreis Lichtenfels werden bereits seit vielen Jahren Grüngut und Gartenabfälle gesondert erfasst und einer Kompostierung zugeführt. Mit der neuen Sammeltonne auf den Wertstoffhöfen wird daneben eine zusätzliche Verwertungsmöglichkeit für Küchen- und Speiseabfälle geschaffen.


Gegen Biotonne entschieden

Der Kreisausschuss hatte sich in seiner Sitzung vom 23. November 2015 auf Empfehlung des Umweltausschusses hin für diese Lösung und gegen die verpflichtende Einführung einer Biotonne für jeden Haushalt entschieden. Das Gremium sah die wesentlichen Vorteile des Bringsystems vor allem in den deutlich geringeren Kosten und der Vermeidung von zusätzlichen Tonnen auf den Privatgrundstücken.
Landrat Christian Meißner (CSU) weist ausdrücklich darauf hin, dass die zusätzliche Verwertungsmöglichkeit für Küchen- und Speiseabfälle lediglich ein Angebot an die Bürger des Landkreises darstellt. Der bisherige Weg der Entsorgung über die Restmülltonne bleibe daneben auch weiterhin zulässig.
Was darf in die Sammeltonnen auf den Wertstoffhöfen? In die Sammeltonnen dürfen: Organische Reste, die bei der Zubereitung von Speisen anfallen (Tellerreste und Knochen, Fleisch und Wurstreste, Obst- und Gemüse, Schalen, Brot- und Backwaren, Kaffeefilter und Teebeutel, Eierschalen, Käse, Quark und Joghurtreste). Nicht in die Tonnen gehören: Fremdstoffe wie Besteck und Servietten, Verpackungen aller Art, Obst & Gemüse in Verpackungen wie Folien, Netzen oder Schalen, Gartenabfälle wie Blumentöpfe, Gras oder Strauchschnitt.
Für die Sammlung zu Hause und Anlieferung am Wertstoffhof empfiehlt es sich, einen verschließbaren Eimer zu benutzen. Die Verwendung von Tüten aus biologisch abbaubarem Kunststoff oder Papier beeinträchtigen die Verwertung nicht. Plastiktüten dürfen dagegen nicht in die Sammeltonnen gegeben werden.
Was passiert mit Grüngut und Gartenabfällen? Grüngut und Gartenabfälle sind wie bisher an den Wertstoffhöfen und Kompostieranlagen abzugeben. Verbrauchte Fette und Öle aus dem Küchenbereich sollten wie bisher getrennt erfasst werden. Hierfür stehen auf allen Wertstoffhöfen spezielle Sammeltonnen. Die in den Tonnen gesammelten Abfälle werden von einem Sammelfahrzeug wöchentlich abgeholt. In einer Biogasanlage in Schwallungen (Thüringen) werden die Speiseabfälle nach mechanischer Vorbehandlung und anschließender Hygienisierung vergoren. Aus dem entstehenden Biogas werden in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme erzeugt. Das übrig bleibende Gärprodukt wird als überwachtes Düngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt. Die Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe und weitere Informationen zur Abfallwirtschaft i findet man im Internet unter www.landkreis-lichtenfels.de. Die genauen Standorte sowie die aktuellen Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe gibt es über das Geoportal des Landkreises unter www.vianovis.net/lkr-lichtenfels/. Für weitere Fragen steht das Team der Abfallentsorgung des Landkreises Lichtenfels unter Telefon 09571/18383 zur Verfügung. red