Baunach — Im oberbayerischen Dießen am Ammersee haben die Zwölf-Stunden-Mountainbike-Europameisterschaften stattgefunden. In verschiedenen Disziplinen gingen rund 150 Teams auf die Strecke. Den Europameistertitel bei den Zweier-Teams sicherte sich das Team Messingschlager aus Baunach.
Kurz vor Ende des Zwölf-Stunden-Rennens schoben sich tiefschwarze Wolken vor die Sonne. Sekunden später ging ein sintflutartiger Wolkenbruch auf die Fahrer nieder, der so heftig ausfiel, dass er fast zum Abbruch der Veranstaltung geführt hätte.
Dabei war bei perfekten äußeren Bedingungen der Startschuss für rund 400 Starter, die sich auf Einzelfahrer, Zweier-, Vierer- und Sechser-Teams verteilten, gefallen. Zwölf Stunden lang galt es, einen 7,8 km langen Rundkurs mit rund 130 Höhenmetern so oft als möglich zu durchfahren. Der knackigste Anstieg des selektiven Kurses führte über eine asphaltierte Straße, technisch anspruchsvolle Abfahrten gab es kaum, athletische Fahrer waren im Vorteil gegenüber versierten Technikern. "Klar fahren die meisten Mountainbiker lieber auf verwinkelten Trails durchs Unterholz - ich gehöre auch dazu, aber im Rennen kann man sich den Kurs eben nicht aussuchen. Man muss nehmen, was kommt - das gilt auch für das Wetter", zeigte sich Thomas Lauterbach vom Europameister-Duo Team Messingschlager nach dem Rennen recht emotionslos gegenüber der Strecke und der Witterung.
Wesentlich emotionaler gingen er und sein Teamkollege Gunther Klos während des Rennens zur Sache. Im Prinzip mit dem Startschuss fuhren die beiden Männer aus Oberfranken Vollgas und ließen so keine Zweifel aufkommen, wer am Ende den EM-Pokal in die Höhe stemmen würde. Im Ziel hatten Lauterbach und Klos dann eine satte Runde Vorsprung vor den beiden Teams auf den Ehrenplätzen. "Im Prinzip war der einzig bange Moment während des Rennens der, als sich die Strecke rund eine Stunde vor Schluss in ein Schwimmbad verwandelte", beschreibt Klos die Regenschlacht.
Der Vierer des Teams Messingschlagers, der Weltmeister in der Zwölf-Stunden-Disziplin, musste sich bei der EM mit dem zweiten Rang begnügen. Europameister wurde das Team Medsport.eu. red