Der mehrfache Karateweltmeister Harun-Veysel Elkol, Dorin Adam, Nico Büttner und Leon Fehn vom Shotokan Karate Rennsteig haben bei den Weltmeisterschaften der World Karate und Kickboxing Union (WKU) im österreichischen Bregenz erfolgreich teilgenommen. Mit 40 Nationen und knapp 2000 Starts in 300 Kategorien ist diese eine der größten Kampfsportveranstaltungen der Welt. Für Elkol sollte es gleichsam seine letzte Teilnahme als Wettkämpfer sein. Seine Karriere krönte er mit den Weltmeistertiteln Nummer 10 und 11. 

,,Mein Ziel war es, meinen Schülern zur Seite zu stehen und sie erfolgreich durch die WM zu führen. Und natürlich wollte ich auch den zehnten Titel nach Kleintettau holen. Ohne den hätte ich laut unserem Bürgermeister Peter Ebertsch eh nicht zurückkommen brauchen", sagt Elkol schmunzelnd. 

Mentale Anspannung

Harun-Veysel Elkol kam ohne größere Schwierigkeiten bis ins Finale. ,,Im Vorjahr zog ich mir beim Kampf eine Verletzung zu, die ich sehr lange, sowohl physisch als auch psychisch mit mir herumtrug. Dieses Jahr war der physische Druck um das Vielfache höher. Die letzte WM, betreuen und mitfiebern mit meinen Schülern und im Hinterkopf, dass die Verletzung wieder ausbricht, brachten mich an meine Grenzen", beschreibt Elkol seine Gefühlslage."Immer wieder knickte meine rechte Leiste mit großen Schmerzen ein."

 Dann folgte für Elkol das erstes Finale in der Kategorie Adjutives +45 bis 70 Kilogramm. "Jetzt war es ander Zeit, mental alles zu geben. Ich sagte mir immer wieder: Egal was passiert, auch wenn der Schmerz kommt, du stoppst nicht bei deinem Angriff! Zum Glück konnte ich relativ frei agieren und besiegte den starken Österreicher Christian Steiner."

 Das zweite Finale in der Kategorie Veterans bis 70 Kilogramm war für Elkol etwas Besonderes. "Mein letzter Fight und auch noch gegen einen Türken. Mental und körperlich voll da, besiegte ich auch meinen ehemaligen Landsmann Vural Ugur". Mit seinem elften Weltmeistertitel schloss Elkol seine aktive Laufbahn als Kämpfer ab.

Starke Konkurrenz für Fehn

Als weiterer Kämpfer des Shotokan Karate Rennsteig musste der aus Windhein stammende Leon Fehn in der Kategorie Forms Traditional zwölf bis 14 Jahre starten. 15 Teilnehmer, von denen nur die ersten vier weiterkommen, zusätzlich ausländische Kampfrichter aus anderen Stilrichtungen und erfahrene Formenläufer auf Weltniveau - Schwerer hätte es nicht sein können. ,,Schon in den Qualifikationsturnieren zeigte Leon hervorragende Leistungen. Mit der Darbietung bei dieser WM zeigte er jedoch, dass er definitiv zur Elite gehört. Sein professioneller Auftritt, die Coolness, fehlerfreie Kata, einfach klasse. Leider reichte es am Ende doch nicht für die Qualifikation zum Finale. Aber das war ja erst seine erste WM. Auch nach dem Ausscheiden war das Verhalten sehr professionell und sportlich. Das machte mich fast noch stolzer", lobt Trainer Elkol.

Büttners Endspurt reicht nicht

 Mit Nico Büttner musste ein weiterer Neuling in der Klasse 80 Kilogramm Kick-Boxen Leichtkontakt ran. Im Kampf um den Einzug ins Halbfinale kämpfte er mit anfänglicher Dominanz. In der Mitte des Fights punktete sein Gegner jedoch stark auf. Trotz eines starken Endspurts hatte Büttner das Nachsehen und verpasste knapp den Einzug ins Halbfinale. ,,Auch für Nico war es seine erste Weltmeisterschaft. Sich bis hierhin zu qualifizieren ist eine starke Leistung. Letzten Endes war seine Leistung für mich als Trainer sehr  zufriedenstellend."

Vizetitel für Dorin Adam

Als letzter Kämpfer musste Dorin Adam ran. Er musste gegen einen ehemaligen Vollkontaktweltmeister und erfahrenen Gegner kämpfen. "Dorin war sehr gut vorbereitet. Auch war er seinem Gegner Daniel Neumeier in Sachen Reichweite überlegen. Aber Daniel kämpfte verdammt clever und ging immer wieder in die kurze Distanz", sagt Elkol. Bei einer regelrechten Punkteschlacht hatte Adam aber ganz knapp das Nachsehen und wurde Vizeweltmeister bei seiner zweiten Teilnahme an einer WM.

"Ich bin sehr stolz auf alle Leistungen meiner Schüler", resümierte Elkol. "Zum Ende meiner Kämpferkarriere möchte ich mich noch ein mal  bei meiner Familie, meinem Coach und Mentor Harald Rögner, all unseren Sponsoren und allen Menschen in meinem Umfeld für ihre Unterstützung vom ganzen Herzen danken." red