44 Persönlichkeiten sind am Freitag in München mit dem Bayerischen Verfassungsorden ausgezeichnet. Skirennläuferin Viktoria Rebensburg und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm gehörten ebenso dazu wie Elisabeth Ramming aus Thurnau.

Landtagspräsident Ilse Augner betonte bei dem Festakt im Senatssaal des Maximilianeums, dass Ramming aus einem persönlichen Schicksalsschlag heraus ein beeindruckendes ehrenamtliches Engagement für die Betreuung und Unterstützung von Menschen mit schweren Behinderungen entwickelt habe. "Durch ihren unermüdlichen und selbstlosen Einsatz haben Sie sich große Verdienste um die Werte der Bayerischen Verfassung erworben."

1977 habe sich vor der Haustür der Thurnauerin ein folgenschwerer Unfall ereignet, bei dem ein alkoholisierter Autofahrer ihren Vater aus dem Leben gerissen habe. Ihr Sohn, damals eineinhalb Jahre alt und auf dem Arm des Großvaters, habe schwer verletzt überlebt. Die heute 70-Jährige habe fortan aufopferungsvoll die Pflege ihres Sohnes übernommen, der durch den Unfall erhebliche bleibende Schäden davongetragen hatte. "Mit 18 Jahren zog ihr Sohn Andreas schließlich aus eigenem Antrieb in das Wohn- und Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt in Marienweiler. Seither engagiert sich Frau Ramming als gute Seele des Heims und ist seit 1996 Heimfürsprecherin. In dieser Funktion setzt sie sich sowohl für die Bewohner als auch für die in Marienweiher tätigen Pflegekräfte ein und ist stets bestrebt, für ihre Sorgen und Nöte Lösungen zu finden."

Auch über das Pflegeheim Marienweiher hinaus engagiert sich Ramming seit Jahrzehnten in der Arbeiterwohlfahrt und in der Kirchengemeinde - insbesondere für Anliegen der Senioren. Aigner: "Ihr großartiges Engagement für andere ist in jeder Hinsicht auszeichnungswürdig."

Mit der Geehrten nach München gereist waren auch Bürgermeister Martin Bernreuther und Awo-Kreisgeschäftsführerin Elisabeth Weith. Kreisverband und Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt hatten die Auszeichnung angeregt. red