Der Einladung war zu entnehmen, dass zum Sonntagsgottesdienst ein Chor mit dem Namen "Sing and Pray" auftreten wird. Dass das etwas ganz Besonderes werden würde, zeigte sich schon vor Beginn des Gottesdienstes. So war bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Marktplatz vor der Kirche zur heiligsten Dreifaltigkeit zugeparkt.
Und dies hatte seinen Grund. Denn bei der Mitbegründerin und Leiterin des Chores handelt es sich um keine geringere als Schwester Teresa Zukic. Schwester Teresa Zukic ist Millionen von Deutschen durch ihre Fernsehauftritte (100 000 Euro Gewinn bei Jörg Pilawa), als Skateboard fahrende Nonne oder die deutsche Antwort auf "Sisteract" bekannt. Als Religionspädagogin ist sie eine gefragte Gastrednerin und macht seit Jahren als Manager-Trainerin Furore.
Als Gemeindereferentin betreut sie das Projekt "Kinderkirche Abenteuerland" in den ehemaligen Pfarreien von Dekan und jetzigen Pfarrer von Marktgraitz Lars Rebhan, Hannberg und Weisendorf. Die gebürtige Kroatin im Gottesdienst erzählt, dass sie im Jahr 1983 19 Jahre alt ist, als sich ihr Leben verändert. Bis dahin war sie Leistungssportlerin und Schülerin eines Sportinternats. Sie kann eines Nachts nicht schlafen und liest in einem Buch ihrer Kollegin. Es ist die Bibel, Matthäus-Evangelium, Bergpredigt. 1985 entschied sie sich, Ordensschwester zu werden, im Jahr 1989 folgte das Studium der Religionspädagogik mit Abschluss als Diplom- Religionspädagogin (FH). Inzwischen wirkte sie in zahlreichen sozialen und caritativen Einrichtungen. Im Herbst 2016 ist sie bei der Gründung des heuen "Lobpreischores Sing and Pray" dabei.
Und die Gründe hören sich sehr einfach an. "Wir treffen uns, um Gott zu preisen, tolle Gemeinschaft zu erleben und im Glauben zu wachsen". Das ist die Botschaft des Chores, den Schwester Claudia an diesem Tag leitet. Und der erfrischende Gesang des Chores ist für die Gottesdienstbesucher so inspirierend, dass sie sofort mitklatschen. Freude haben am Glauben, sich nicht so ernst nehmen, sondern sich auch mal selbst auf den Arm zu nehmen, ob ihrer Gewichtigkeit, so ist dann Schwester Teresa in ihrer Ansprache.
Aber auch mit der Kirche geht sie nicht zaghaft um. Ein wenig mehr Begeisterung der Christen in Deutschland dürfte es schon sein.
"Wo ist das Feuer dafür geblieben?", fragt sie. "Gott will, dass wir ihm folgen. In der jetzigen Zeit ist es für junge Menschen nicht leicht, begeisterte Christen zu sein." Deshalb sollten wir leuchten und ausstrahlend sein in unserem Leben, so die Schwester. Sie forderte dazu auf, einfach an Gott zu glauben.
Und fährt fort: "Jeder in der Gesellschaft will älter werden, doch keiner will alt sein. Selbst in 500 Jahren könnten wir nicht schaffen, was wir immerzu planen. Doch mit göttlicher Freude, Leidenschaft und Frieden untereinander können wir Menschen die Welt verändern." Mit modernen Chorsätzen wie "Der Segen Gottes möge dich umarmen" von Kurt Mikula wird diese Botschaft weiter transportiert.


"Ein König voller Macht"

Ein echtes Highlight war das Lied "Ein König voller Macht", das Schwester Claudia, die den Chor umsichtig geleitet hatte, in einer fast schon verträumten Fassung vortrug.
Am Ende des Gottesdienstes dankte Pfarrer Lars Rebhan für den außergewöhnlichen Gottesdienst und übergab an alle Chormitglieder Rosen.