Sie trotzten der Pandemie: Am vergangenen Wochenende fand in Hemhofen zum sechsten Mal das Mittelalterfest auf dem Wiesengelände hinter der Gaststätte "Goldener Schwan" statt. Ermöglicht wurde das Fest vor allem durch ein umfassendes Hygienekonzept, das mit großer Sorgfalt erarbeitet worden war.

Hygienekonzept genehmigt

Leider gab es dieses Jahr coronabedingt noch nicht viele Veranstaltungen dieser Art. Um so größer war daher die Freude, dass das herbstliche Traditionsfest auch dieses Jahr stattfinden konnte. Möglich war das vor allem, wie der Veranstalter Manfred Schleicher betonte, durch die sehr gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hemhofen und dem Gesundheitsamt. Schleichers eingereichtes Hygienekonzept wurde in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden genehmigt, so dass dem regen Markttreiben am vergangenen Wochenende nichts mehr im Wege stand.

Damit die Abstandsregeln an den Marktständen eingehalten werden konnten, wurde vor allem die Besucherzahl auf 300 gleichzeitig auf dem Gelände befindliche Personen begrenzt. Am Eingang musste dafür ein kleiner Wegezoll entrichtet werden und zur Kontrolle gab es einen Zahlenstempel auf die Hand. Jeder Marktstand war mit einem Desinfektionsspender ausgestattet und eine nette Marktfrau, die als Ordnungshüterin mit weißgepunkteter Maske über den Markt wandelte, betonte, dass sich alle Besucher sehr diszipliniert verhalten hätten und sie noch keine Verwarnungen aussprechen musste.

Manfred Schleicher freute sich besonders, dass weder Ordnungsamt noch Gesundheitsamt bei ihren Kontrollbesuchen Beanstandungen hatten. "Da kann man schon stolz drauf sein, wenn man alles richtig gemacht hat", betont Manfred Schleicher. Es sei eine tolle Belohnung für alle, die an der aufwendigen Vorbereitung beteiligt waren.

Musikanten unterhalten Wartende

Am Sonntagnachmittag kam es, trotz des frischen Herbstwetters, zu einem höheren Besucheransturm und zu einer längeren Warteschlange, die teilweise bis zum nahe gelegenen Supermarkt hinter der Apotheke reichte. Auch hier hatte Schleicher eine spontane Lösung parat. Er konnte die Tänzerinnen und Musikanten vom Markttreiben weglocken, um die Wartenden zu unterhalten.

Als Belohnung gab es ein abwechslungsreichen Programm auf dem Wiesengelände. An den Marktständen konnte man sich mit historischer Kleidung und Schmuck eindecken. Während die Jungen vor allem Augen für die Kleidung des Schwarzen Ritters hatten, zog es die Mädchen zu den Pferden des Freiherrn von Neideck.

Die junge Besucherin, Elin aus Röttenbach, war begeistert, dass sie als kleine Pferdeflüsterin sogar die Pferde striegeln durfte. Das dürfe hier nicht jeder. Ihr Vater, Arnd Käding, erklärte, dass sie selber zum Reiten gehe und sehr viel Feingefühl im Umgang mit Tieren besitze. "Hier kennen sich alle. Das ist wie eine große Familie. Die Lagergruppen kochen zusammen und die Kinder spielen miteinander. Langweilig wird es da nie."

Vater und Tochter sind in ihrer mittelalterlichen Gewandung erschienen und ließen sich am Stand der Stoffdealerey von Joachim Wötzel aus dem oberfränkischen Landkreis Hof zu neuen Stoffen und Wolldecken beraten.

Für das leibliche Wohl sorgten verschiedene Stände mit Fladenbroten, Bratwürsten, Honigwein und dem beliebten Templer, einem süffigen, fränkischen Flaschenbier. Wem es beim Armdrücken noch nicht warm genug geworden war, der konnte sich an der Feuerschale im Biergarten aufwärmen.