von unserem Redaktionsmitglied 
Bernhard PANZER

Herzogenaurach — Einst führte die Straße nach Haundorf am Zaun der Herzo Base entlang. Es war im September 1962, als eine genau 698,5 Meter lange Teilstrecke ausgebaut wurde. Zwischen dem Eingang des früheren Flugplatzes respektive der US-Kaserne und der Gemeindegrenze des heutigen Herzogenauracher Ortsteils führte die Strecke. Das berichtete damals die Stadt in ihrem Amtsblatt.
Heute ist die Straßenführung längst anders. Die Kreisstraße schwingt in einem langen Bogen um das Gelände der ehemaligen Herzo Base herum und umfasst neben der Kaserne auch noch bislang landwirtschaftlich genutzte Felder. Das aber wird sich bald ändern, denn der neue Eigentümer der einstigen Militärkaserne, die Firma Adidas, plant dort die Erweiterung ihres Areals mit einem Campus Nord. Dort sollen unter anderem ein großes Bürogebäude und ein Parkhaus errichtet werden.
Wie dem Bericht vom 21. September 1962 zu entnehmen ist, den FT-Leser Georg Peetz für unsere Serie "Zeitsprünge" aus seinem Archiv gefischt hat, kostete die Straße damals 67 600 DM. Jahrelang seien Klagen geführt worden, dass der am "Flugplatz" vorbei führende Gemeindeverbindungsweg in einem katastrophalen Zustand gewesen sei. Und die Schuld wurde den neuen Nutzern zugeschoben, der US-Armee. So heißt es weiter: "Alle Ausbesserungen in den vergangenen Jahren halfen wenig oder gar nichts. Kaum war die Straße neu geschottert, machten vor allem die schweren amerikanischen Fahrzeuge der US-Streitkräfte jeden guten Ansatz zunichte und wenig später gab es wieder Schlaglöcher über Schlaglöcher."
Profitiert haben von der Straße vor allem die Bürger aus Haundorf. Der Nachbarort war damals aber eine selbständige Gemeinde und von daher hätte die Finanzierung auch von dort aus erfolgen können. Trotzdem entschied sich die Stadt Herzogenaurach, den Ausbau der gesamten Strecke vorzunehmen und die Fahrbahnausbesserung nicht auf Herzogenauracher Stadtgebiet enden zu lassen.
Die Gemeinde Haundorf beteiligte sich immerhin mit einem Betrag von 6000 DM. Dieser durfte in fünf Jahresraten geleistet werden. Berichtet wird noch, dass auch die auf Haundorfer Grund liegende Reststrecke von 800 Metern noch ausgebessert werden sollte.