Ein Quartierskonzept für den Viehhof in Obertheres hat Bürgermeister Matthias Schneider (CSU) in der Gemeinderatssitzung dem Gremium vorgelegt. Das kam an.

Bereits seit 1998 befindet sich das 6000 Quadratmeter große Areal mit denkmalgeschützten Gebäuden im Besitz der Gemeinde. Erste Gespräche mit den Denkmalschutzbehörden hinsichtlich einer zukünftigen Nutzung wurden geführt. In der Vergangenheit wurde immer wieder die Möglichkeit von Seniorenwohnen und barriere-freiem Wohnen angeführt, die der Bürgermeister aufgriff.

Kürzlich hat der Freistaat Bayern die Richtlinie zur investiven Förderung von Pflegeplätzen sowie Gestaltung von Pflege und Betreuung im sozialen Nahraum herausgebracht. Hierin werden die Schaffung, der Ersatzneubau und Umbau von Pflegeplätzen unterschiedlicher Form gefördert. Eine Möglichkeit der Förderung ist das Errichten von ambulant betreuten Wohngemeinschaften. Nach Ansicht des Bürgermeisters würde das für den Viehhof in Betracht kommen, wobei es sich dabei nicht um ein klassisches Seniorenheim handelt, sondern um "kleine, aber feine Einheiten", wie er sagte.

Kontakt geknüpft hat Bürgermeister Schneider bereits zur Caritas Haßberge, die auch in Knetzgau die ambulant betreute Wohngemeinschaft Sankt Martha mit zwölf Plätzen in der Nähe des dortigen Kindergartens betreibt. Grundsätzlich könne sich die Caritas Haßberge vorstellen, so eine Einrichtung auf dem Viehhof-Gelände selbst zu bauen und zu betreiben, sagte Schneider. Denkbar wären eventuell auch weitere zwölf Plätze oder eine Ergänzung mit barrierefreiem Wohnen, sozialem Wohnraum und einem kleinen medizinischen Versorgungszentrum. Inwieweit die Gemeinde Theres bei einzelnen Gebäuden als Bauherr auftritt oder es Möglichkeiten für private Investoren gibt, sollten weitere Gespräche zeigen. Jedenfalls sei das angedachte Engagement der Caritas Haßberge konkreter als alles andere, was schon im Gespräch war, so Schneider.

Zustimmung

Die Ausführungen des Bürgermeisters fanden große Zustimmung im Thereser Gemeinderat, worauf vereinbart wurde, Vertreter der Caritas in eine der nächsten Sitzungen einzuladen und ihr Konzept vorzustellen. Wenn die Sache dann konkret wird, sollen die Bürger mit eingebunden und bei einem Informationsabend aufgeklärt werden. Weiterhin ist eine Besichtigung der Wohngemeinschaft in Knetzgau sowohl durch den Gemeinderat als auch mit interessierten Bürgern angedacht.

Ein weiteres Thema in der Gemeinderatssitzung war der Zustand der Gartenstraße in Untertheres. Diese ist als Straße gewidmet, aber nicht ausgebaut. Momentan führt sie als Schotterweg zu den anliegenden Wohnhäusern. Dort würde grundsätzlich die Möglichkeit bestehen, vier bis fünf Bauplätze zu generieren, da es noch freie Flächen gibt. Eine Abfrage in der Vergangenheit hat jedoch ergeben, dass daran kein Interesse besteht. Ebenso wenig mit dem Ausbau der Straße. Dieser würde nach einer aktuellen Kostenschätzung, die Schneider vorlegte, 227 000 Euro kosten. Die Gemeinderäte waren sich einig, dass dieser Betrag für die kurze Straße und die geringe Zahl der Anlieger zu hoch sei.

In dem Zusammenhang gab es eine lange Diskussion um den Antrag eines Anliegers, der den Schotterweg einst selbst angelegt hat. Dieser hatte beantragt, die Kosten für den Unterbau und die Entwässerung von der Gemeinde erstattet zu bekommen. In Summe ging es um einen Betrag von rund 3500 Euro. Die unzähligen Eigenstunden, die der Anwohner in den Bau im Jahre 2006 gesteckt hat, ließ er dabei unberücksichtigt. Angelehnt war der Antrag an einen Fall in Buch, wo im Jahr 1995 die Gemeine den Unterbau für die Straße bezahlte und die Anwohner die Kosten für die Deckschicht trugen. Nach reiflicher Überlegung machte Schneider einen Vorschlag, um keinen weiteren Präzedenzfall zu schaffen, womit sich auch alle Gemeinderäte einverstanden erklärten: Die Gartenstraße wird als Ortsstraße entwidmet und zu einem landwirtschaftlichen Weg herabgestuft. Somit sei der private Ausbau anders zu betrachten als zum Beispiel in einem Baugebiet, erklärte der Bürgermeister. Der Anlieger bekommt seine aufgewendeten Kosten gegen Beleg erstattet.