Rappoltengrün — Auf siebzig Jahre kann die St.-Michaelkirche zurückblicken. Die Einweihung erfolgte am 30. September 1951. Gleichzeitig feiert man am kommenden Sonntag das Kirchweihfest.

Die Kirche wurde gebaut vom Dekan Heinrich Geiger. Die Rappoltengrüner unterstützten diesen Bau mit Arbeitsleistungen und Geldspenden. Die kleine, aber feine Kirche thront auf einem Berg in der Ortschaft und ist deren Schmuckstück. Sie wird gepflegt und gehegt von Susanne und Norbert Daum.

Im September 1948 wurde die Grundsteinlegung durch den damaligen Weihbischof Arthur Landgraf vorgenommen. Das Grundstück für die Kirche und den Friedhof wurde von Otto Förtsch zur Verfügung gestellt, der damals Landwirt und Altbürgermeister war. Die feierliche Einweihung folgte am 30 September 1951 ebenfalls durch Weihbischof Landgraf.

Mittlerweile ist die Stadt Teuschnitz Eigentümerin der Kirche. Nach dem 50-jährigen Kirchenjubiläum im September 2001 hat die Stadt das Jubiläum zum Anlass genommen, die Kirche einer gründlichen Innenrenovierung unterziehen zu lassen. Mit tatkräftiger Unterstützung des damaligen Pfarrers Peter Barthelme sowie des Teuschnitzer Künstlers Alfred Rebhan und des Schreinermeisters Dieter Kaschub konnten zusätzliche Verschönerungen bei der Innengestaltung vorgenommen werden. Dank der Rappoltengrüner und der Erzdiözese konnte im April 2002 eine gebrauchte Pfeifenorgel eingebaut werden.

Rappoltengrün besitzt zwei Kirchenglocken, eine mechanische und eine manuelle. Die mechanische läutet täglich um 6 Uhr früh, mittags um 12 Uhr und abends um 19 Uhr. Das waren früher auch die Zeiten, zu denen die Dorfeinwohner, egal wo sie waren, alles stehen und liegen ließen und beteten.

Die Kirche hat insgesamt 80 Sitzplätze. Insgesamt passen 150 Leute in die Kirche. Auch oben auf der Empore, wo die Orgel steht, ist noch eine lange Bank für Gottesdienstbesucher.

Schade ist, dass in Rappoltengrün keine Taufe stattfinden und keine Beichte abgenommen werden kann, da kein Taufbecken und kein Beichtstuhl vorhanden sind. Die Kirche ist auch nicht beheizbar und es findet alle sechs bis acht Wochen einmal ein Gottesdienst statt - in den kalten Wintermonaten gar nicht, außer bei einer Beerdigung.

Am kommenden Sonntag findet der Festgottesdienst um 10 Uhr mit Dekan Detlef Pötzl statt. Er wird mitgestaltet durch die Sängerrunde "Eintracht Reichenbach". Auch die neu sanierte Orgel wird durch den Orgelbauer Dipl.-Theologe Christian Beck den Kirchenbesuchern vorgestellt. Im Anschluss ergeht herzliche Einladung zu einem Frühschoppen mit Weißwürsten auf dem Gabi-Weber-Platz. Der Gottesdienst in Teuschnitz entfällt an diesem Sonntag. Die 49 Rappoltengrüner freuen sich auf viele Gäste.