Das schöne Ambiente in der Musikscheune wurde lediglich durch die frostigen Temperaturen getrübt. Dennoch hat wohl keiner der Besucher sein Kommen bereut und ließ sich von den musikalischen Darbietungen begeistern.
Nach dem Einmarsch der Musiker begrüßten diese die Zuhörer in der voll besetzten Musikscheune mit dem Konzertmarsch "Opening" aus der Feder von Ernst Hoffmann. Martina Leepa überzeugte als Solistin an der Klarinette. Bedeutend moderner wurde es dann mit der Easy Pop Suite, einem Medley, bestehend aus einem asiatisch anmutenden Rock, einer Reggae-Melodie und einem Teil im Disco-Stil.
Die verschiedenen Tempi, ungewöhnliche Rhythmen und Klangfarben zeigten, was mit Blasmusik-Instrumenten möglich ist. In den Schlagern der 70er Jahre wechselten die Musiker dann mit "Abba Gold", einer Hommage an die schwedische Pop-Band.
Hier luden Johannes Leepa und Joachim Nüßlein als Solo-Trompeter bei Fernando zum Träumen ein. Überrascht waren die Gäste, als Schlagzeuger Patrick Knorr mit einem Fahrrad durch das Scheunentor gefahren kam. Als "Happy Cyclist" brillierte er bei seinem Solo mit der Fahrradklingel, begleitet von dezenter Blasmusik.
Christiane Leepa kündigte den Marsch "Unter dem Grillenbanner" an, ein Stück, das die Kelbachtaler aus den Tiefen des Archivs gezogen hatten. Die Komposition aus dem Jahr 1908 leitete gleichzeitig zum eher traditionellen zweiten Konzertteil über, der mit dem Marsch "Die Sonne geht auf" begann.
Andreas Schatz, der Dirigent der Kelbachtaler Blasmusik, hatte das Programm zusammengestellt. Er hatte sich für die Borsicka-Polka, ein typisch mährisches Stück mit hohem Tempo und ungewöhnlicher Betonung, entschieden.
Anschließend konnten Martina Leepa und Andreas Schatz ihr gesangliches Können beim Walzer "Mondschein an der Eger" unter Beweis stellen. Beim Hornsolo "Zwei Sonny-Boys" verzückten Sonny-Boy Frank Rosenstock und Sonny-Girl Dagmar Sommer das Publikum, das bei der folgenden "Steeephans Polka" mit träumen durfte. Die Polka lud dazu ein, sich passend zu den kühlen Temperaturen aneinander zu kuscheln.
Mit stehenden Ovationen konnten die Gäste den Musikern noch eine weitere Polka entlocken. Auch danach waren die Besucher noch nicht zufrieden, so dass "Ein halbes Jahrhundert" erklang. Lautstark wurde eine weitere Zugabe gefordert, so dass Patrick Knorr nochmals seine Fahrradglocke ertönen ließ. Die Besucher waren vom Ambiente begeistert und von der Breite des Repertoires überrascht.
Wer die Kelbachtaler einmal live erleben will, hat an Christi Himmelfahrt in Wiesen beim Dorffest die Gelegenheit. nuz