Er ist eine Kulmbacher Sportlegende und noch immer sehr rüstig: Willi Pensel feierte seinen 90. Geburtstag im Kreis von Familie und Freunden. Zeitlebens war der ehemalige Prokurist des Medienhauses Baumann sportlich aktiv, ab seinem zwölften Lebensjahr im Radball. "Den Sport machte ich, bis ich 33 Jahre alt war, danach war ich bis in die 80er Jahre hinein Landesfachwart für Bayern", erzählte der Jubilar. Acht Mal war er im Radball zusammen mit seinem bereits 1979 verstorbenen Bruder Rudi deutscher Meister, und 1955 und 1957 waren die Brüder sogar zwei Mal Weltmeister.
Als sich die Brüder Pensel in den sechziger Jahren als Aktive zurückzogen, da hatten beide alles gewonnen, was es im Radballsport zu gewinnen gibt. Mit ihrem berühmten "Kulmbacher Kreisel" sicherten sich die waschechten Kulmbacher 1955 im Mailänder Vigorelli-Stadion vor 20 000 Zuschauern zum ersten Mal den WM-Titel. Ihre Heimatstadt bereitete ihnen damals einen heute kaum vorstellbaren Empfang. Viermal hatten sich die Pensels beim Turnier der weltbesten Radballer mit dem zweiten Platz begnügen müssen. Doch mit der ihnen eigenen Hartnäckigkeit, mit Trainingsfleiß und hohem spielerischen Können erfüllten sie sich ihren sportlichen Wunschtraum.
Zwei Jahre später konnten sie in Lüttich ihren phänomenalen Erfolg wiederholen.
Als Junge hat Willi Pensel mit seiner Familie im Oberhacken gewohnt. "Einer unserer Nachbarn war der Malermeister Hermann Scheuer", erinnerte er sich, "der hatte diesen Sport damals in Kulmbach angefangen und mich dazu gebracht." Anfangs durften er und sein Bruder erst einmal nur die Räder in die Halle schieben, bis sie mit der Zeit immer mehr in den Radballsport hineinwuchsen.
"Wir feiern heute eine echte Sportgröße von Kulmbach", so OB Henry Schramm, der dem Jubilar ebenfalls gratulierte. Mobil ist Willi Pensel immer noch - durch sein neues Hobby, das Reisen. "In Dubai hat es mir bislang am besten gefallen", sagte er und blickte dabei aus seinem Wohnzimmerfenster über das Maintal, dem er sein Leben lang treu geblieben ist.