Ein Well-Bruder kommt nie allein. Diesmal begleiten Michael Well von der ehemaligen "Biermösl Blosn" aber nicht seine Brüder, sondern zwei fesche junge Damen, Claudia Pichler und Anni Preuß. Zusammen nennen sie sich "Die drei Haxn" und geben mit ihrem ersten Programm "Mehr Fleisch!" ihren Einstand in Oberfranken: am 3. März im Brauereimuseum in Kulmbach.

Bayerische Rundschau: Herr Well, wie fühlt es sich an, zum ersten Mal ohne Ihre Geschwister aufzutreten?
Michael Well: Ich stehe ja schon sehr lange auf der Bühne, aber immer im Familienverbund. Deshalb ist es jetzt mit den drei Haxn schon sehr spannend für mich. Meine Geschwister kenne ich ja in und auswendig, aber mit den Haxn probieren wir, musikalisch und inhaltlich etwas anderes zu entwickeln. Zumal ist es auch aufregend für mich, mit zwei so jungen Frauen auf der Bühne zu stehen.

Wer sind denn die beiden anderen Haxn?
Claudia ist eine echte Münchnerin. Sie interessiert sich schon seit ihrer Schulzeit für Kabarett und Kleinkunst und promoviert über Gerhard Polt. Sie leitete fast zwei Jahre das Fraunhofer Theater in München. Mit Musik hatte sie bislang weniger zu tun, lernt aber schon seit einiger Zeit mit Begeisterung Tuba und Akkordeon. Anni ist aus Passau, genauer gesagt aus Wimpassing, wo sich Fuchs und Wolf gute Nacht sagen. Sie ist eine ausgebildete Sängerin, spielt Gitarre und Saxophon. Anni ist angehende und optimistische Lehrerin für Englisch und Geschichte an einem Münchner Gymnasium.

Wie haben Sie sich kennengelernt?
Claudia arbeitet seit drei Jahren bei mir im Büro mit, daher kennen wir uns gut. Vor zwei Jahren spielten wir zu ihrem 29. Geburtstag ein Musikstück - sie Akkordeon und ich Bariton - daraus ist die Idee entstanden, zusammen aufzutreten. Anni und Claudia kennen sich aus dem Münchner Lustspielhaus, sie haben dort als Einlassdamen gearbeitet. So haben wir zusammengefunden und inzwischen schon einige Auftritte bestritten.
Woher kommt der Name "Die drei Haxn"? Das klingt schon etwas ungewöhnlich.
Der Name ist entlehnt aus einer Nummer von Gerhard Polt. Er beschreibt darin ein Feuerwehrfest, bei dem im Bierzelt kulturell allerhand geboten ist. So treten da eben auch "Die original drei Haxn" auf. Das klingt irgendwie abgefahren und schräg und führt natürlich erst auf eine völlig falsche Fährte.

Was erwartet das Publikum bei Ihrer Vorstellung?
Überraschungen aller Art! Wir machen Kleinkunst im klassischen Sinne. Das heißt vieles ist dem Zufall überlassen. Wir packen viele Instrumente ein, wie zum Beispiel Steirisches Akkordeon, Drehleier, eine vergoldete 14-Kilo-Tuba, ein paar Ukulelen, ein Alphorn oder unsere Triangel. Damit geben wir Lieder, Musikstücke und auch kleine Gedichte zum Besten. Unser musikalisches Spektrum reicht von Volksmusik über alte Schlager, irische Tänze bis zu Couplets. Thematisch umkreisen wir das Thema Fleisch wie manche Schmeißfliege den Kuhfladen.
Was hat es mit dem Titel "Mehr Fleisch" auf sich?
Wir sind alles drei gute Esser, da beschäftigt uns das Thema Ernährung natürlich. Außerdem wollen wir mit dem Aufruf zu mehr Fleisch natürlich provozieren.

Welchen Bezug haben Sie zu Oberfranken?
Es ist natürlich beruhigend zu wissen, dass Oberfranken im Europäischen Parlament durch die Oberbayerin Monika Hohlmeier vertreten wird. Ich kenne die oberfränkische Region gut, weil ich mit meinen Brüdern und Gerhard Polt schon oft hier spielen durfte. Vor allem hat es mir das Kulmbacher Bier angetan. red