Kutzenberg — Immer wieder wurde das Taschentuch gezückt an diesem Nachmittag. Von Emotionen und auch viel Wehmut geprägt war die feierliche Verabschiedung der vier letzten Oberzeller Ordensschwestern, die im Bezirksklinikum tätig waren. 1924 wurde die Kutzenberger Niederlassung der Oberzeller Franziskanerinnen gegründet. Nun kehren die Schwestern Kleopha Böhm, Lanthilde Weiß, Revocata Müller und Oberin Sixta Zirkelbach altersbedingt in ihr Mutterhaus nach Oberzell zurück. Nach 91 Jahren ging die Ära der Ordensschwestern in Kutzenberg nun zu Ende.
"Dieser Tag bedeutet einen tiefen Einschnitt, sowohl für das Bezirksklinikum als auch für die Pfarrgemeinde Prächting, in der Oberzeller Schwestern ja auch tätig waren. 139 Ordensfrauen leisteten hier seit 1924 mit ganzer Hingabe Dienst am Nächsten. 91 Jahre gelebtes Glaubenszeugnis - auch wenn die Niederlassung nun aufgelöst wird, das Wirken der Schwestern bleibt unvergessen, bleibt immer präsent", meinte Pfarrer Norbert Sauer in seiner bewegenden Predigt. Als Vorsitzender des Verwaltungsrates des Kommunalunternehmens "Kliniken und Heime des Bezirks Oberfranken", aber auch persönlich, spreche er den vier Schwestern, aber auch all jenen, die seit 1924 hier wirkten, "Dank und Anerkennung für ihre beispiellose Arbeit" aus, so Bezirkstagspräsident Günther Denzler. Die Schwestern hätten sich in beeindruckender Weise um die kranken Menschen gekümmert, hätten stets ein offenes Ohr auch für jene Menschen gehabt, die am Rande der Gesellschaft stehen, unterstrich anschließend Ärztlicher Direktor Chefarzt Christoph Sommer. Der Chefarzt der Lungenfachklinik, Gernot Habich, erinnerte unter anderem an die 1970er-Jahre, als hier noch zahlreiche Tuberkulose-Patienten behandelt wurden. "Da legten die Schwestern viel Einfühlungsvermögen an den Tag." Die 83-jährige Kleopha war seit 1957 in Kutzenberg, Lanthilde (85) seit 1958, Sixta (76) seit 1962 und Revocata Müller (79) seit 1989. dell