Erlangen — Drei Jahrzehnte nach der Gründung des Vereins Geschichte für Alle e.V. durch Erlanger Geschichtsstudenten hat sich viel getan: Über 1000 Mitglieder und jährlich über 10 000 Bildungsangebote in Erlangen, Nürnberg, Fürth und Bamberg laden ein, sich mit der Geschichte und Kultur der Städte auseinanderzusetzen.
Der runde Geburtstag wird nun mit einem Rundgangsaktionstag am kommenden Samstag gefeiert. Von 10 bis 17 Uhr finden zahlreiche kostenfreie Kurzführungen (Dauer ca. 45 Minuten) in der Erlanger Innenstadt statt. Alle Rundgänge starten am Infostand am Hugenottenplatz. Dazu gibt es ein Gewinnspiel.
Für Kinder von sechs bis zwölf Jahren und ihre Eltern hält der Rundgang "Wie der dicke Markgraf zu seinen Handschuhen kam - Eine Zeitreise ins barocke Erlangen" interessante Aspekte der Erlanger Stadtgeschichte bereit: Woher kommen die barocken Gebäude? Wer hat hier gelebt? Und warum gibt es in Erlangen so viel Französisches? Es entsteht eine spannende Zeitreise (Beginn um 10, 11, 14 und 15 Uhr).
"Perücken, Protz und Protestanten - Auf barocken Spuren rund um den Schlossgarten" entführt die Teilnehmer in die Zeit des barocken Erlangens, als dank der Hugenotten aus der kleinen Ackerbürgerstadt ein Handelszentrum wurde (10.30, 12.15, 16.15 Uhr).
Wer die Erlanger Innenstadt besucht, kommt nicht an der Universität vorbei. Kaum eine Institution dominiert den Kern der Stadt so sehr. Der Rundgang "FAU = Fast alles Uni?! Ein universitätsgeschichtlicher Spaziergang" führt in die Gründungszeit der Uni, als Wissensdurst und herrschaftlicher Selbstgeltungsdrang aufeinander trafen (11.30 und 13.15 Uhr).
Unter dem Titel "Zwischen Dampfmaschine und Röntgenröhre - Auf den Spuren der Erlanger Industriegeschichte" führt ein Rundgang zu den Anfängen der modernen Industrie und Wissenschaft und zeigt eine neue Perspektive auf die Entwicklung Erlangens zu einem wichtigen Industrie- und Medizintechnikstandort (11.45, 13.45, 15.45 Uhr).
Auch Theater ist geboten: Der Rundgang "Gestatten, Sophie Caroline - Eine lebenslustige Markgräfin stellt sich vor " ist die wohl lebendigste Art, die Geschichte Erlangens im 18. Jahrhundert kennenzulernen. Der Theaterrundgang bringt auf unterhaltsame Weise die hochgebildete Markgräfin Sophie Caroline von Brandenburg-Bayreuth nahe, die eine aktive Förderin der Stadt und der Universität war (14.15 und 15.30 Uhr).
Eine Anmeldung zu den Rundgängen ist nicht erforderlich. red