"Es war nicht immer leicht!" Dieses Eingeständnis kann man gut nachvollziehen, wenn ein Ehepaar wie Gilbert und Irene Bayer, geborene Metze, goldene Hochzeit feiert. Dabei bezieht sich die Aussage keinesfalls auf das liebevolle Verhältnis zwischen den beiden Ehepartnern, sondern auf die Höhen und Tiefen des Ehealltags, der geprägt war von dem beruflichen und politischen Engagement des Ehemannes und dem Spagat zwischen Familie und Beruf der Ehefrau.
Kennen und lieben gelernt haben sich die beiden am 8. November 1963 beim ADAC-Ball in Staffelstein. Die Begeisterung fürs Tanzen ist bis heute geblieben. Als Stammgäste werden sie jedes Jahr beim Schwarz-Weiß-Ball in Modschiedel begrüßt. Ein Dreivierteljahr nach dem ersten Tête-à-tête wurde Verlobung gefeiert, und am 15. Juli 1966 gaben sich die Verliebten in Lichtenfels das Ja-Wort. Beide stammen aus Familien, die in der Korb- und Spielwaren-Branche tätig waren, was das Miteinander von Eltern und Schwiegereltern nicht einfacher machte. Gilbert Bayer arbeitete als Großhandelskaufmann im elterlichen Betrieb in Michelau. Irene Bayer war bei ihren Eltern in Lichtenfels beschäftigt. Als Industriekauffrau und Übersetzerin war sie viel auf Auslandsreisen und selbst als die Söhne Hans-Peter und Ulrich da waren, verließ sie täglich um 6.30 Uhr bepackt mit dem Nachwuchs das Haus und kehrte abends um 19 Uhr zurück. Beide Großelternpaare unterstützten sie natürlich.


Politisches Engagement

Gilbert Bayer beschränkte seine Kräfte nicht nur auf die Firma in Michelau. Nebenbei engagierte er sich seit 1971 für den Aufbau der CSU in der Gemeinde und im Landkreis. Unter seiner Ägide erlebte die Junge Union ihre Blüte. Insgesamt 30 Jahre engagierte er sich mit leidenschaftlichem Idealismus als Gemeinde- und Kreisrat. Letztlich war es ein Glücksfall, als seine Ehefrau 1983 zu ihm in den Betrieb kam, den er gut ein Jahr zuvor übernommen hatte. Die enge Zusammenarbeit war eine Win-Win-Situation für beide, Irene Bayer nutzte die Möglichkeit, auch ihre Fähigkeiten als Designerin einzubringen.
Einen Ruhestand kennen beide nicht. Ihr Hobby war und ist halt auch der Beruf und die Familie. Viel Freude macht ihnen die Großfamilie mit vier Enkelkindern.
"Wir hatten Höhen und Tiefen, aber mit Gottes Hilfe haben wir es gemeinsam gemeistert", bekannte das Paar, das seine goldene Hochzeit in Michelau auch mit einem Dankgottesdienst mit Dekan Grünwald feierte. Auf der "Karolinenhöhe" klang der Abend aus.