Vor 25 Zuhörern gaben sich im historischen Renaissance-Saal der Burg Rabenstein die lyrische Sopranistin Corinna Schreiter und der Meistergitarrist Stefan Grasse aus Nürnberg mit ihrem neuen Programm "Romantisches Franken - Berge, Burgen und Bäche" die Ehre. Sie präsentierten einen musikalisch-literarischen Streifzug durch die Fränkische Schweiz in der Zeit der Romantik.

Für die Künstler der Romantik stand das Sinnliche und das Phantastische sowie die Hinwendung zur Natur und zur Empfindsamkeit im Zentrum ihres Schaffens. Es waren die Romantiker, die unsere fränkische Landschaft auf ihrer Suche nach der reinen Natur entdeckten und ihr begeistert den Namen "Fränkische Schweiz" gaben. Sie wurde von reisenden Dichtern, Forschern und Künstlern einfühlsam und anschaulich geschildert. Bedeutende Komponisten vertonten die neu entstandene Lyrik zu romantischen Liedern, führte Grasse zu Konzertbeginn die begeisterten Gäste ein. In künstlerischen Zeugnissen, Reiseberichten und Lebenserinnerungen kamen auf Burg Rabenstein durch Stefan Grasse viele der Romantiker zu Wort - so die Erlanger Studenten Wilhelm Wackenroder und Ludwig Tieck, die Dichter, Schriftsteller und Gelehrten Jean Paul, Friedrich Rückert, Viktor von Scheffel, Karl Immermann und Ernst Moritz von Arndt, der Maler Ludwig Richter, der Heimatforscher Joseph Heller, der Phantast E.T.A. Hoffmann, der Komponist Peter Iljitsch Tschaikowski und die Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth.

Zwischen den heiteren, kurzweiligen und anregenden Geschichten und Anekdoten gab Corinna Schreiter mit ihrem weichen lyrischen Sopran, zart und einfühlsam begleitet von Stefan Grasse an der Gitarre, die Lieder der Romantik zu Gehör. Als Willkommensgruß hörte das Publikum das Gedicht "Sei mir gegrüßt" des fränkischen Dichters und Sprachengenies Friedrich Rückert in einer Vertonung von Franz Schubert. Es folgten unter anderem Schubert-Vertonungen der Goethe-Gedichte "Klagelied", "Wanderers Nachtlied" und "An den Mond" sowie Vertonungen von Robert Schumann, Carl Maria von Weber und Wolfgang Amadeus Mozart.

Zum Ende gab es das Frankenlied von Victor von Scheffel und großen Applaus für das Duo, das die Fränkische Schweiz in einen zauberhaften Rahmen gesetzt hatte. Das Hygienekonzept wurde vorbildlich eingehalten.