J etzt ist die Faschingszeit also wieder einmal vorbei. Am Aschermittwoch saß ich mit meinem Mann Helmut zusammen und ich erinnerte mich daran, wie ich früher Fasching erlebt habe.
Im Alter von fünf bis zehn Jahren haben wir uns maskiert. Da ging man als Schornsteinfeger, Bäcker, Förster, Hexe mit Besen, Prinzessin, Rotkäppchen oder Cowboy. Wenn meine Eltern kein Kostüm für uns hatten, musste mein Zwillingsbruder ein Kleid von mir anziehen und ich seine Boxel. Es waren keine fertigen Masken wie heute und jedes Kind kam anders. Dann stellte man sich im Dorf mit den anderen Kindern auf, wobei einer vorne Ziehharmonika spielte. Und so marschierten wir durch das Dorf. Es war immer sehr lustig und für uns ein riesiger Spaß, auf den wir Kinder uns das ganze Jahr freuten. Mancher Bäcker stiftete danach für jeden eine Brezel. In den 60er und 70er Jahren gingen wir zum Tanzen. Da war der ganze Saal voll Masken. Und wenn es nur ein Hütchen war, das die Leute auf dem Kopf hatten. Der Tanzboden war immer bis auf den letzten Platz besetzt und es spielte eine Blaskapelle. Auch durfte die Damenwahl nicht fehlen. Ja, und beim langsamen Walzer tanzte man mit seinem Partner ganz eng und verliebt. Die Stimmung war herrlich! Die Kapelle spielte bis in die Morgenstunden, und danach ging man oft noch privat mit zu Freunden. Es wurde geredet und gelacht.
Heute habe ich den Eindruck, dass nicht mehr geredet wird, sondern nur noch Sprachnachrichten versendet werden. Schade, denn die persönliche Freude geht verloren.

Gerda Wagner ist Seniorenbeuaftragte in Hausen.